Ärzte Zeitung online, 24.05.2011

Tepco spricht von Kernschmelze in drei Reaktoren

Tepco spricht von Kernschmelze in drei Reaktoren

TOKIO (dpa). Im japanischen Katastrophen-Kernkraftwerk Fukushima ist es höchstwahrscheinlich schon vor Wochen in zwei weiteren Reaktorblöcken zur teilweisen Kernschmelze gekommen.

Wie die Betreiberfirma Tepco am Dienstag japanischer Zeit in Tokio mitteilte, gehe man davon aus, dass sich auch in den Reaktoren zwei und drei die Brennstäbe teilweise verflüssigt haben.

Damit hätte es insgesamt in drei der sechs Reaktorblöcke des AKW Fukushima Daiichi (Fukushima I) eine Kernschmelze gegeben.

Das Kraftwerk war am 11. März durch ein schweres Beben und einen anschließenden Tsunami stark beschädigt worden. Das Kühlsystem fiel aus. Seither tritt Radioaktivität aus.

Betreiber revidiert eigene Aussagen

Bisher war Tepco davon ausgegangen, dass lediglich in Reaktor eins die Brennstäbe größtenteils geschmolzen seien und sich die Masse nun am Boden des Reaktordruckbehälters befinde.

Atomexperten hatten schon früher vermutet, dass es auch in den anderen Reaktorblöcken eine teilweise Kernschmelze gegeben habe.

Wie der Betreiber am Dienstag weiter mitteilte, dürfte in Reaktor zwei und drei der größte Teil der Brennstäbe bereits 60 bis 100 Stunden nach dem Beben geschmolzen und auf den Boden der Druckbehälter gelaufen sein.

Die Temperaturen an den Behältern deuteten aber darauf hin, dass es durch die Einleitung von Wasser gelungen sei, die Schmelzmasse zu kühlen und stabil zu halten, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.

Kommission soll das Unglück untersuchen

Unterdessen teilte Industrieminister Banri Kaieda mit, dass die japanische Regierung ein unabhängiges Gremium zur Untersuchung der größten Atomkatastrophe seit der Reaktorunglück von Tschernobyl einberufen wird.

Der zehnköpfigen Kommission, die noch bis Ende des Monats mit der Arbeit beginnen soll, würden neben Atomexperten auch Juristen angehören.

Neben einer Untersuchung der Ursachen für das Fukushima-Desaster sollen es auch um Möglichkeiten gehen, solche Katastrophen in der Zukunft zu verhindern.

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Japan (438)
[24.05.2011, 10:19:39]
Dr. Joachim Malinowski 
Geschmolzene Brennstäbe -- keine Gefahr?
Eigentlich war es von vornherein klar, dass die Brennstäbe bei Temperaturen über Tausend Grad schmelzen mussten.
Insofern sind wir alle erneut (nach Tschernobyl) für dumm verkauft worden und werden es vermutlich auch weiterhin. Und was bedeutet das nun für den Augenblick? Was ist mit dem DRuckbehältern, sofern sie überhaupt noch existent sind? Dazu werden erneut keine Angbaben gemacht.
Warum? Was kann man nun noch dagegen tun, auch gegen die Desinformationspolitik?

Fazit: man muss der AKW-Lobby und deren politischen Verbündeten endgültig das Vertrauen entziehen und dementsprechend politisch komplett anders handeln, wenn das ein Ende haben soll!

So gesehen war die Wahl in Bremen ein weiterer Erfolg auf dem langen Weg dahin....

===> und man darf die Hoffnung nicht aufgeben, das Ruder doch noch herumreißen zu können.

Leider kommt mit den E.coli-Infektionen schon die nächste Katastrophe auf uns zu, vermutlich ausgelöst durch einen Hygienefehler in der Lebensmittelindustrie. Evtl. durch Einsparungen des bisher guten Hygiene-Standards ausgelöst?
Wir werden es ja noch erfahren und bis dahin erneut viele Tote zu beklagen haben.

Eine hausgemachte Katastrophe scheint die nächste abzulösen.

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