Ärzte Zeitung online, 01.06.2011

IAEA: Japan hat Risiken durch Tsunamis unterschätzt

IAEA: Japan hat Risiken durch Tsunamis unterschätzt

TOKIO (dpa). Japan hat nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) die Gefahr für das Küstengebiet am Atomkraftwerk Fukushima durch einen massiven Tsunami unterschätzt.

Das geht aus dem Entwurf eines Berichts der IAEA zu dem Atomunfall hervor, den ein IAEA-Team am Mittwoch der japanischen Regierung in Tokio überreichte.

Der 14 Meter hohe Tsunami in Folge des Megabebens vom 11. März sei ganz offensichtlich die direkte Ursache für das Desaster im AKW Fukushima, erklärte der Chef des IAEA-Teams, Michael Weightman, laut Medien. Sein 18-köpfiges Team hatte zehn Tage lang in Japan die schwerste Atomkatastrophe seit Tschernobyl untersucht.

In der Zusammenfassung ihres Berichtsentwurfs lobte die IAEA den Umgang Japans mit der Krise jedoch als "beispielhaft", mahnte aber laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo zugleich eine bessere Kommunikation an.

Zudem sprach sich das Team für die Schaffung einer unabhängigen Atomaufsicht aus. In Folge des Megabebens und des Tsunamis wurden die Reaktoren des AKW schwer beschädigt.

Die Brennstäbe sollen größtenteils geschmolzen sein. Noch immer tritt aus der Atomruine radioaktive Strahlung aus. Wann die Anlage unter Kontrolle gebracht werden kann, ist derzeit noch nicht absehbar.

Topics
Schlagworte
Japan (436)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »