Ärzte Zeitung online, 12.06.2011

Fukushima: Strontrium im Grundwasser

Fukushima: Strontrium im Grundwasser

TOKIO (dpa). Die radioaktive Verseuchung um das zerstörte Atomkraftwerk Fukushima wird immer ernster. Wie der Betreiber Tepco am Sonntag bekanntgab, wurde nahe der Meerwasseraufnahme des AKW radioaktives Strontium (Sr-89 und Sr-90) gefunden.

Dessen Konzentration liege bis zum 240-Fachen über der erlaubten Höchstgrenze. Nach Angaben der Atomaufsichtsbehörde wurde das gefährliche Element außerdem im Grundwasser bei den beschädigten Reaktoren 1 und 2 des AKW entdeckt. Es sei das erste Mal, dass Strontium im Grundwasser gefunden worden sei, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo weiter berichtete.

Wissenschaftler sprechen bei Strontium auch von einem "Knochenkiller". Es schädigt das Knochenmark und kann zu Leukämien führen.

Das Metall war zuvor auch bei Bodenproben an verschiedenen Orten in der Unglücksprovinz Fukushima gefunden worden. Unterdessen teilte der Betreiberkonzern Tepco weiter mit, dass wegen technischer Mängel noch nicht wie geplant eine neue Anlage zur Dekontaminierung verseuchten Wassers getestet werden könne.

Es seien Wasserlecks aufgetreten, was möglicherweise auf verstopfte Rohre zurückzuführen sei, meldete Kyodo. Eigentlich wollte Tepco das neue System seit Freitag für eine Woche testen. Die aufgetretenen Probleme verzögern die für Mitte dieses Monats geplante Inbetriebnahme.

Der Betreiber setzt große Hoffnungen in die Anlage. Damit sollen die in der Atomanlage derzeit schwappenden Tausenden von Tonnen an hochgradig verseuchtem Wasser recycelt werden, um es zur Kühlung der Reaktoren einzusetzen.

Das bislang zur Kühlung in die zerstörten Reaktorgebäude gepumpte Wasser ist jetzt hochgradig verseucht und behindert die Arbeiten zur Instandsetzung der am 11. März nach dem Megabeben und dem Tsunami ausgefallenen Kühlsysteme.

Seither entweicht aus dem Atomkraftwerk Radioaktivität in die Umwelt. Zuletzt war auch in grünem Tee in der Hunderte von Kilometern von Fukushima entfernt gelegenen Teeanbau-Provinz Shizuoka radioaktive Strahlung gemessen worden.

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Japan (438)
[13.06.2011, 10:19:03]
Dr. Joachim Malinowski 
war doch zu erwarten...
Was will die Welt denn noch von der AKW-Technik hören? Dass diese Technik harmlos und ungefährlich ist? Jetzt muß die Bevölkerung dafür büssen, dass es diese Dinger gibt und immer noch gibt.

Vor kurzem hörte ich einen tollen satirischen Vergleich zu AKWs im TV:

"Wer glaubt, dass AKWs sicher sind, der glaubt wohl auch, dass Babys nur kacken, wenn sie Windeln an haben".

Soviel zum Thema "Restrisiko", dem Unwort des Jahres 2011.

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