Ärzte Zeitung online, 26.04.2011

Erinnerungen: "Gott schien den Fallout wegzuwaschen"

Erinnerungen: "Gott schien den Fallout wegzuwaschen"

Wolfgang Lohmüller erinnert sich an einen Hausbesuch, den er wenige Tage nach der Katastrophe auf einem Dorf machte: Dort spielten die Kinder draußen - entgegen aller Warnungen. Ihm ist auch der Sommer vom Jahr danach in Erinnerung: Es regnete so stark, dass man meinen müsste, Gott scheine den Fallout wegzuwaschen.

Am Dienstag den 29. April 1986 war bereits im Radio und in der Presse angekündigt worden, dass Kinder nicht draußen spielen sollten. Ich machte einen Hausbesuch auf einem Dorf. Dort spielten Kinder draußen. Bis dahin war die Warnung also nicht durchgedrungen.

Für Biogärtner war der GAU von Tschernobyl das Ende des Traums vom Paradies. Der Verkauf von Geigerzählern schnellte hingegen in die Höhe, besonders Ökofreaks kauften sie.

Im folgenden Jahr 1987 regnete es im Sommer so viel, wie ich es vorher nie bewusst erlebt hatte. Auf einem Jugendcamp kam plötzlich ein Quellchen mitten im Zelt zum Vorschein: Gott schien den Fallout wegzuwaschen.

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Tschernobyl (49)

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