Ärzte Zeitung online, 20.09.2011

Tschernobyl-Opfer gegen Rentenkürzung

KIEW (dpa). Tausende Afghanistan-Veteranen und Strahlenopfer der Atomkatastrophe von Tschernobyl haben vor dem Parlament in Kiew gegen die Kürzungen ihrer Renten und Gesundheitszuschüsse demonstriert.

Ein Großaufgebot der Polizei verhinderte einen Sturm auf das Gebäude, wie Medien am Dienstag aus der ukrainischen Hauptstadt berichteten.

Daraufhin verschob das Parlament die Abstimmung über das umstrittene Gesetz, das nun von einer Arbeitsgruppe unter Vizeregierungschef Sergej Tigipko überarbeitet werden soll.

"Wir haben noch Beratungsbedarf", sagte der Fraktionschef der regierenden Partei der Regionen, Alexander Jefremow, dem Internetportal "Ukrainskaja Prawda".

"Hände weg vom Gesetz"

Seit Monaten wehren sich Veteranenverbände und Opfer-Komitees mit landesweiten Protesten gegen die geplanten Einsparungen. Die Haushaltslage der Ex-Sowjetrepublik gilt als extrem angespannt.

"Hände weg vom Tschernobyl-Gesetz" und "Sie haben die Söhne getötet, nun töten sie die Mütter", schrien die Demonstranten.

Zu sehen waren zahlreiche Afghanistan-Veteranen in ihren früheren Uniformen sowie sogenannte Liquidatoren, die nach dem Super-Gau 1986 die verstrahlten Trümmer in Tschernobyl beseitigt hatten.

Sie erhalten derzeit eine monatliche Zusatzrente von umgerechnet 100 bis 200 Euro. Das Innenministerium sprach von etwa 4000 Kundgebungsteilnehmern, Medien schätzten die Menge hingegen auf etwa 10.000 Menschen.

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