Ärzte Zeitung online, 17.07.2009

Deutsche verzichten in der Krise nicht auf Urlaub

BERLIN/WIESBADEN (dpa). Die Bundesbürger lassen sich ihre Lust auf den Sommerurlaub von der Wirtschaftskrise nicht verderben. Nach der Zurückhaltung zu Jahresbeginn sei der Buchungsmotor inzwischen angesprungen, teilte der Deutsche Reiseverband (DRV) am Donnerstag in Berlin mit.

Die Touristik-Umsätze in den Reisebüros hätten im Juni nur noch ganz knapp unter Vorjahresniveau gelegen. "Es wird in diesem Jahr später als sonst gebucht und auf ein stimmiges Preis-Leistungsverhältnis geachtet", sagte DRV-Präsident Klaus Laepple.

Das von Umsatzeinbußen gebeutelte Gastgewerbe in Deutschland hofft unterdessen auf eine Erholung in den Sommerferien. Hotels, Pensionen und Gaststätten setzten im Mai nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden preisbereinigt 6,9 Prozent weniger um als im Vorjahresmonat. Damit setzte sich der Negativtrend der vorangegangenen Monate erst einmal fort.

Ein Boomland und einer der Gewinner des Jahres als Reiseziel ist nach Einschätzung des DRV Deutschland. Die Reiseveranstalter hätten ihr Angebot für den Urlaub im eigenen Land stark ausgeweitet. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) berichtete, während der Business-Sektor mit Umsatzeinbrüchen von bis zu 25 Prozent zu kämpfen habe, sei die Situation in der Ferienhotellerie etwa an Nord- und Ostseeküste erfreulicher: "Die Leute sparen nicht am Urlaub, sondern höchstens im Urlaub", sagte DEHOGA-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges.

Die meisten Pauschalreisenden reisen in den Sommermonaten aber weiterhin an die Strände des Mittelmeers, teilte der DRV mit. Spanien bleibt dabei schon seit Jahren mit Abstand das beliebteste Auslandsreiseziel der Bundesbürger. Wegen günstiger Angebote und vielen Alles-inklusive-Hotels punkten aber auch Ägypten, Tunesien und die Türkei. Bei Fernreisezielen machen sich der Wegfall der Treibstoffzuschläge bei vielen Fluggesellschaften sowie der günstige US-Dollarkurs bemerkbar.

   Viele Reiseveranstalter hatten Einbrüche bei den Buchungen hinnehmen müssen und ihr Angebot entsprechend reduziert. Der Markt für Urlaubsreisen ist nach früheren Expertenschätzungen im Sommer 2009 um rund fünf Prozent eingebrochen.

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