Ärzte Zeitung online, 05.01.2010

Drei weitere Tote nach Lawinenunglück geborgen

BERN/HAMBURG (dpa). Zwei Tage nach dem schweren Lawinenunglück in den Schweizer Alpen haben Rettungskräfte drei weitere Tote aus den Schneemassen geborgen. Das berichtete die Schweizerische Nachrichtenagentur sda am Dienstag unter Berufung auf die Berner Kantonspolizei.

Damit erhöhte sich die Zahl der Toten auf sieben. Es ist das schwerste Lawinenunglück in der Schweiz seit 1999. Damals starben in Evolène VS zwölf Menschen unter zwei Lawinen.

Die Lawine war am Sonntag im Diemtigtal niedergegangen und hatte einen Skitourenfahrer verschüttet. Als Helfer den Toten bergen wollten, begruben weitere Schneemassen mehrere Menschen.

Bei den am Dienstag geborgenen Toten handelt es sich um einen 38- jährigen Deutschen, eine 39-jährige Schweizerin und einen 48-jährigen Schweizer. Bereits am Sonntag waren nach der zweiten Lawine ein Arzt der Rettungsflugwacht (Rega) gestorben, sowie zwei weitere Menschen. Der zuerst verschüttete Skifahrer war sofort tot. Vier Todesopfer stammen nach Angaben der Berner Kantonspolizei aus der Schweiz, zwei aus Deutschland. Die Identität des siebten Todesopfers war am Dienstagnachmittag noch nicht geklärt.

Schlechtes Wetter hatte am Montag eine Rettungsaktion verhindert. Am Dienstag dann klarte es im Berner Oberland auf, sodass Experten des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF vom Helikopter aus die Lawinengefahr beurteilen konnten. Danach warfen Fachleute Sprengladungen aus dem Hubschrauber und lösten damit in der Umgebung des Unfallortes künstliche Lawinen aus. So bestand im Einsatzgebiet keine Gefahr mehr, die Retter konnten mit Sondierstangen und Lawinenhunden nach den Verschütteten suchen.

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