Ärzte Zeitung online, 20.04.2010

Offen oder geschlossen - Lage auf Europas Flughäfen

HAMBURG (dpa). Die mächtige Aschewolke des isländischen Vulkans hat sich über fast ganz Europa verteilt, doch der Luftraum ist nicht überall gleich gefährdet. Entsprechend der Aschebelastung und Einschätzung der Gefahrenlage haben die europäischen Länder ihre internationalen Flughäfen unterschiedlich geöffnet.

Die Nachrichtenagentur dpa dokumentiert die Entscheidungen einiger Länder, Stand: 16.00 Dienstag:

GROSSBRITANNIEN: Die meisten Flughäfen in Großbritannien waren auch am Dienstag noch geschlossen. Nur der Luftraum über Teilen Schottlands und Nordenglands war wieder geöffnet, allerdings gab es nur wenige Flüge. Der Rest sollte mindestens bis Mittwoch 1.00 Uhr (2.00 Uhr MESZ) gesperrt bleiben - damit blieben auch die wichtigen Londoner Flughäfen vorerst dicht. Grundlage für die Sperrung sind Computersimulationen und empirisch gesammelte Daten.

FRANKREICH: Auf den Großflughäfen im Norden Frankreichs wurde der Flugverkehr am Dienstag schrittweise wieder freigegeben. Alle anderen Flughäfen waren offen. Hintergrund der Entscheidung der Regierung waren unter anderem die jüngsten Testflüge unter der Kontrolle der zivilen Luftfahrtbehörde DGAC. Bei ihnen gab es keine Hinweise auf Sicherheitsgefahren. Auf den wichtigsten Pariser Flughäfen Charles de Gaule und Orly fielen am Dienstag allerdings immer noch rund sechs von zehn Flügen aus.

NIEDERLANDE: Der gesamte niederländische Luftraum sollte "phasenweise" geöffnet werden, erklärte die Behörde für Verkehrssicherheit. Der internationale Flughafen Schiphol bei Amsterdam nahm am Dienstag schrittweise seinen Betrieb wieder auf. Der staatliche Wetterdienst KNMI teilte mit, dass der niederländische Luftraum mit Ausnahme eines schmalen Streifens im Nordwesten von Vulkanasche frei sei.

SCHWEIZ: Auf den Schweizer Flughäfen Zürich, Basel und Genf wurde der Flugbetrieb am Dienstag eingeschränkt wieder aufgenommen. Die seit drei Tagen bestehende Luftraumsperre über der Schweiz war vom Bundesamt für Zivilluftfahrt aufgehoben worden. Testflüge und Messergebnisse hätten gezeigt, dass der Flugverkehr wieder aufgenommen werden könne.

NORWEGEN: Der komplette Luftraum wurde am Dienstag bis Mittwochmorgen 02.00 Uhr freigegeben. Alle nordeuropäischen Länder entscheiden auf Basis der Berechnungen der Meteorologen in London und Island.

FINNLAND: Praktisch der komplette Luftraum einschließlich des internationalen Flugplatzes Helsinki Vantaa blieb am Dienstag weiter bis auf weiteres gesperrt.

SCHWEDEN: Der Luftraum über dem nördlichen Landesteil mit dem wichtigsten internationalen Flugplatz Arlanda war am Dienstag unbefristet frei. Die südliche Hälfte einschließlich Malmö war ebenso unbefristet gesperrt. Weitere Sperrungen im Norden wurden angekündigt.

DÄNEMARK: Der komplette Luftraum wurde bis Mittwochmorgen 02.00 Uhr gesperrt. Fluggesellschaften planten am Dienstagnachmittag erstmals Testflüge.

ISLAND: Der Luftraum war weiter fast vollständig geöffnet.

POLEN: Der Luftraum über Polen war am Dienstag gesperrt, alle Flughäfen geschlossen. Überflüge auf der Höhe über 6100 Meter sind aber erlaubt, allerdings mit Ausnahme Nordpolens. Auch Sichtflüge unter der Aschewolke waren zugelassen.

TSCHECHIEN: Seit Montagmittag sind in Tschechien Luftraum und Flughäfen freigegeben. Die Fluggesellschaften entscheiden selbst, welche Linien bedient werden. Die nationale Flugaufsicht fällt ihre Entscheidungen auf Basis der Daten von Eurocontrol.

BULGARIEN: Alle Flughäfen waren in Betrieb, der Luftraum war komplett geöffnet. Überflüge waren erlaubt. Die Aschebelastung wurde nicht gemessen, da das Land keine Geräte hat. Für seine Entscheidungen verlässt sich Bulgarien auf die Angaben der Europäischen Union.

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