Ärzte Zeitung online, 20.07.2010

Bugs and the City - Bettwanzen erobern Manhattan

NEW YORK (dpa). First we take Manhattan: Sie sind Fernsehstars, bevölkern immer mehr Teile New Yorks. Jetzt machen sich die Blutsauger auf, die Geschäfte Manhattans zu erobern. Die Bettwanzen kommen.

Von Kira Semmler

Diese Blutsauger haben es auch in die Medien geschafft, mit der allgemeinen Vampirbegeisterung dank "Bis(s) zum Morgengrauen" aber rein gar nichts zu tun: Cimex lectularius, Bettwanzen. Sie leben im Verborgenen. Auch in der größten Stadt Nordamerikas sind sie nicht zu sehen - aber ständig präsent: Die "Bedbugs" haben New York erobert.

Des Nachts kommen sie aus ihren Verstecken, spüren Körperwärme und beginnen ihr Werk. Sie ernähren sich von menschlichem Blut und fühlen sich daher genau dort wohl, wo auch wir es nächtens kuschelig haben: in den Betten. Mit ihren Mundwerkzeugen beißen sie und verursachen unschöne Quaddeln und Juckreiz.

Die Blutsauger haben sich ausgebreitet und schicken sich nun sogar an, die Geschäfte Manhattans zu bevölkern. In diesem Monat mussten schon drei Läden für einige Tage schließen, um wieder Herr der Lage zu werden. Im Stadtteil Soho war zuerst "Hollister" betroffen, kurz darauf eine Filiale von "Abercrombie & Fitch". Beide Läden verkaufen Kleidung, die meist von Jugendlichen getragen wird. Nur einige Tage später musste ein Lingerie-Geschäft schließen. "Victoria's Secret" blieb nicht länger geheim, ein Hund erschnüffelte die Bettwanzen. Ihnen wurde in dem Laden, für den auch Heidi Klum wirbt, der Garaus gemacht.

Laut "Wall Street Journal" hat sich der Geschäftsführer und Präsident von "Abercrombie & Fitch", Michael S. Jeffries, schon mit der Bitte um "Anleitung und Unterstützung" an New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg gewandt. Die Stadt ließ aber mitteilen, dass die Geschäfte alleine mit den Tierchen fertig werden müssten. Dabei ignoriert die Stadt das Problem durchaus nicht. Schon im März vergangenen Jahres setzte der Bürgermeister einen Beratungsausschuss ein, der sich mit den Bettwanzen beschäftigen soll.

Schaut man abends in New York fern, kommt nicht selten Werbung für Kammerjäger, die die Ausrottung der Blutsauger versprechen. Das Problem selbst auszumerzen, ist schwierig. Empfohlen wird, die Matratzen luftdicht zu verpacken und so lange wie möglich der Sonne auszusetzen. Bettwäsche soll heiß gewaschen und Decken und Kissen luftdicht in Vakuumbeutel verpackt werden.

Verbreitung finden die Parasiten oft über die Kleidung. Überall, wo Leute eng beieinander sind, können sie von Mensch zu Mensch wandeln. Manchem New Yorker kommt die Zeile des Wiegenlieds "Good night, sleep tight. Don't let the bedbugs bite" (Gute Nacht, schlafe gut. Lass‘ Dich nicht von den Wanzen beißen) derzeit kaum über die Lippen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »