Ärzte Zeitung, 22.10.2011

Sportbegeisterung ist in Vancouver und Whistler zu Hause

Vancouver bezaubert schnell: Welche Großstadt hat schon einen Regenwald, zwei Skigebiete und Strände am Pazifischen Ozean auf nur wenigen Quadratkilometern? Wer weiter ins Gebirge will, fährt raus nach Whistler.

Von Rebecca Beerheide

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Wolkenkratzer, Hafen und eine massive Bergwand: Der Blick auf Vancouvers Norden zeigt die unglaubliche Vielfalt der Großstadt. Vor der Arbeit wird hier oft noch Sport getrieben.

© Beerheide

Es ist kein Klischee, wenn man in Vancouver morgens Ski fährt, am Nachmittag eine Runde im Ozean schwimmt und später am "Sunset Beach" einen wunderbaren Sonnenuntergang erlebt. Zusätzlich gibt es ein Flair von Aufbruchstimmung: Täglich legen die großen Kreuzfahrtschiffe hier an und nehmen Reisende mit nach Alaska oder Hawaii.

"Unglaublich, so etwas hatten wir vorher nicht"

Wer auf dem Schiff ankommt, sieht schon von weitem die neu gestaltete Hafenanlage, die die Stadt anlässlich der Olympischen Winterspiele 2010 erbauen ließ. Dort - so erzählen es Menschen in Vancouver - weht auch heute noch der Geist der Spiele weiter: Am diesjährigen kanadischen Nationalfeiertag, dem 1. Juli, standen Tausende am Hafen und sangen die Nationalhymne.

"Unglaublich, so etwas hatten wir vorher nicht", erzählt eine Hotelbesitzerin. Nicht nur eine schicke Hafenpromenade haben die Bewohner von Vancouver durch die Olympischen Spiele geschenkt bekommen - auch der Sky-Train und die schnelle Verbindung zum Flughafen ist nicht mehr wegzudenken.

Bevor es an einem Sommerabend noch kurz an den Strand geht, versorgen sich Einheimische in der Innenstadt an den in Nordamerika einmaligen Street-Food-Cars: In diesen Imbissbuden ist Fastfood verpönt.

Imbiss per App übers Handy

Gesunde Snacks wie Lachs-Burger mit viel frischem Gemüse gehen für rund sieben Kanadische Dollar über die mobile Ladentheke. Über den Standort, und die Öffnungszeiten informiert eine App fürs Smartphone. Die kleinen Programme für internetfähige Handys zeigen auch an, welcher Imbiss gerade auf der Beliebtheitsskala nach oben klettert.

Eine Begeisterung für Fastfood würde nicht nach Vancouver passen. Vancouver ist eine sportverrückte Stadt - ganz anders als viele Großstädte auf dem nordamerikanischen Kontinent. Durch den Stanley Park -die Parklandschaft auf einer vorgelagerten Insel ist größer als der Central Park in New York - wird geradelt, gejoggt und geskated.

Und wie es sich gehört, hat jedes Fortbewegungsmittel im Park seine eigene Fahrspur: Wer schneller als die anderen Sportsfreunde ist, ruft ein fröhliches "left" - und überholt.

Der Grind am Grouse Mountain - eine Herausforderung

Auf der anderen Hafenseite gegenüber von dem Stanley Park erheben sich die zwei Hausberge von Vancouver. Auf dem Cypress Mountain war zu den Olympischen Winterspielen die Snowboard-Wettbewerbe zu Hause, auf dem Grouse Mountain fährt man schon morgens vor oder abends nach der Arbeit Ski.

Sobald der Schnee aber getaut ist - und in diesem Jahr konnten die Kanadier bis zu ihrem Nationalfeiertag in vielen Regionen Schnee genießen - steht am Grouse Mountain eine ganz andere Herausforderung im Mittelpunkt: der Grind.

Diese rund 2,9 Kilometer lange Waldstrecke hat einen Höhenunterschied von 850 Metern. Den Weg wandert man nicht gemütlich - man überwindet die 2830 Stufen so schnell wie möglich. Wer was auf sich hält, hat die Strecke in weniger als 30 Minuten geschafft.

Neue Sportanlagen für Biathlon-, Rodel- und Skisprung-Wettbewerbe

Am Wochenende fahren viele raus aus der Stadt, eineinhalb Stunden über den Canada-Highway 1 ins Ski-Ressort Whistler. Die Gründerväter, die dort nur ihre Wochenendhäuschen hatten, träumten immer von den Olympischen Spielen.

Die Infrastruktur in den frühen 1960er und 1970er Jahre ließ solch ein Ereignis noch nicht zu. Rund 40 Jahre hat es gedauert, bis Whistler die Spiele gemeinsam mit Vancouver bekam. Heute dominieren moderne Hotelanlagen, luxuriöse Wochenendhäuser, Restaurants und Bars das Stadtbild.

Die neuen Sportanlagen für die Biathlon-, Rodel- und Skisprung-Wettbewerbe gehören noch nicht zum internationalen Wintersportzirkus. Im Sommer ist es daher möglich, sich selbst einmal am Biathlon-Gewehr zu üben: Vier Treffer im Liegen - selbst schießen ist eine ganz andere Erfahrung als das Zuschauen am Fernseher.

Kanadier nennen Whistler gerne auch "europäisch"

Zurück unten im Ort erkennt man auf den ersten Blick, warum viele Kanadier Whistler gerne auch "europäisch" nennen: Anders als in vielen Ski-Ressorts auf dem nordamerikanischen Kontinent kann man hier zwischen Ski-Lift, Hotels und Restaurants durch eine kleine Fußgängerzone laufen und braucht kein Auto für kurze Strecken.

Wer zu den Golfplätzen oder zu den Ski-Pisten will, nimmt einen Bus. Im Sommer verwandeln sich vor allem die Ski-Anfänger-Pisten zu Rennstrecken für Fortgeschrittene Cross-Biker. Für Anfänger reicht da schon eine kurze Runde rund um den Lost Lake, in dem man zur Abkühlung auch ein kurzes Bad nehmen kann.

Nach der Erholung am See geht noch einmal der Pulsschlag hoch: Nicht nur in der Skisaison sind in Whistler die Skilifte in Betrieb - sie bringen Gäste im Sommer hoch auf die zwei Hausberge. Auf den Whistler-Mountain geht es noch gemütlich in einer kleinen Gondel.

"Peak2Peak"-Gondola ist ideal für Ski-Fahrer

Oben auf dem Gipfel verschwindet der Schnee nie ganz, wer eine gute Wanderausrüstung hat, startet dort eine alpine Wandertour. Doch spektakulärer ist die neuste Attraktion von Whistler, die allerdings erst nach den Spielen eröffnet wurde: die "Peak2Peak"-Gondola.

Die Seilbahn verbindet auf 4,4 Kilometern die Bergspitzen vom Whistler-Mountain und dem Blackcomb-Mountain, ideal für Ski-Fahrer, die schnell die Pisten wechseln wollen. Während der rund 20-minütigen Fahrt schwebt die Gondel rund drei Kilometer über der Schlucht - kein Stahlträger weit und breit. Der Ausblick ist atemberaubend.

Entspannung in einer der großen Spa-Anlagen

Noch etwas Kultur gefällig? Nicht die Siedler und Jäger mit ihren Wochenendhäuschen waren die ersten Menschen im heutigen Whistler, im kanadischen Bundesstaat British Columbia siedeln seit Jahrhunderten die First Nations - so nennen die Kanadier respektvoll die Indianer-Stämme.

Ein Großsponsor macht es möglich, dass seit den Spielen ein Kulturzentrum zweier First Nations in Whistler steht: Das Squamisch Lil'wat Kulturzentrum erklärt den Lebensstil der First Nations. Entspannung gibt es nach einem langen Tag in einer der großen Spa-Anlagen.

Infos und Reisetipps unter www.canada.travel

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