Ärzte Zeitung online, 13.10.2011

Weiter Zugausfälle und Verspätungen nach Anschlägen in Berlin

BERLIN (dpa).Nach der Serie von Anschlägen auf Bahnlinien in und um Berlin gibt es auch am Donnerstag Zugausfälle und Verspätungen. Betroffen ist nach Angaben der Bahn vor allem die Fernstrecke Berlin-Hamburg, wo es noch Verspätungen bis zu einer Viertelstunde gebe.

Es sei nicht abzusehen, wann die Behinderungen beseitigt sein werden. Im Berliner Nahverkehr fallen weiterhin Züge aus.

In der Debatte über die Tathintergründe hat die SPD Warnungen aus der Bundesregierung vor einem neuen linksextremen Terrorismus zurückgewiesen. Die Brandsätze in Berlin hätten mit Terrorismus nichts zu tun, sagte SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagsausgabe).

"Bei aller berechtigten Empörung darf man den Verstand nicht ausschalten." Es gehe nicht darum, die gefährlichen Brandsätze zu verharmlosen. Ein Vergleich etwa mit der RAF verbiete sich aber. Diese habe "Krieg gegen die Spitzen des Staates geführt".

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hatte die versuchten Brandstiftungen am 12. Oktober als "verbrecherische terroristische Anschläge" verurteilt, die in eine neue Dimension hineingingen.

Die Bahn hat 100.000 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt, mit denen die Täter der versuchten Brandanschläge ergriffen werden können. Durch die Brandsätze, die an Gleisen und Kabelschächten gefunden wurden, haben sich seit 10. Oktober rund 2000 Züge wegen der Streckensperrungen verspätet. Verletzt wurde durch die Anschläge bislang niemand.

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