Ärzte Zeitung, 10.05.2007

Guter Mückenschutz für Reisende oft unerlässlich

Expositionsprophylaxe ist meist die einzige Möglichkeit, sich vor Infektionen zu schützen / Schutz am Tag und nachts

WIESBADEN (ug). Eine Expositionsprophylaxe senkt das Risiko für Malaria um den Faktor Zehn. Und gegen Infektionen wie West-Nil- oder Dengue-Fieber ist guter Mückenschutz die einzig mögliche Prophylaxe. Ein guter Grund also, auf das Thema Mückenschutz in der reisemedizinischen Beratung einzugehen.

Stechmücken können in den Tropen und Subtropen viele verschiedene Krankheitserreger übertragen, von Plasmodien, den Erregern der Malaria, über Dengue- oder Gelbfieber-Viren bis zu Einzellern wie Leishmanien. Daran hat der Münchner Tropenarzt Professor Hans-Dieter Nothdurft erinnert.

Übrigens: Nur weibliche Stechmücken, die Eier produzieren, saugen Blut. Viele Moskito-Arten stechen vor allem in der Dämmerung und nachts. Aedes-Mücken, die zum Beispiel Dengue-Viren übertragen, sind auch tagaktiv. Touristen müssen sich in Risikogebieten also tags und nachts vor Mückenstichen schützen. Wie man das macht, sollte man Reisenden auf jeden Fall kurz erklären. Dazu nannte der Tropenmediziner bei einer Veranstaltung in Wiesbaden einige Beispiele:

  • In der Dämmerung und abends sollte im Freien hautbedeckende, helle Kleidung getragen werden. Die Kleidung darf nicht eng anliegen, denn da können die Mücken hindurchstechen.
  • Ganz wichtig sind Repellentien wie Diethyltoluamid (DEET) und Icaridin, von denen bekannt ist, dass sie gut und lang anhaltend wirken. In geeigneten Dosierungen seien DEET zum Beispiel in NoBite® enthalten, Icaridin etwa in Autan® Active. Alle unbedeckten Hautstellen müssen mit Repellentien eingerieben werden - auch nackte Füße in Sandalen. Gerade in Ländern Asiens stechen Mücken vor allem in die Füße.
  • Die Haut sollte alle acht Stunden mit Repellentien neu eingerieben werden. Ist es heiß und feucht, muss das jedoch häufiger geschehen. Anti-Mückenmittel sollten aber nur dünn aufgetragen werden - und immer 15 bis 30 Minuten nach der Sonnencreme. Am besten wird auch die Kleidung imprägniert. Dazu eignet sich Permethrin (zum Beispiel NoBite® Kleidung).
  • Nachts sollte man sich in mückensicheren Räumen aufhalten, etwa mit Klimaanlage oder Fliegengittern vor den Fenstern. Und in Malaria-Gebieten sollte man unter imprägnierten Moskitonetzen schlafen.

Von Räucherspiralen, Verdampfern oder Ultraschallpiepsern hält Nothdurft nicht viel. "Knoblauchpillen und Vitamin B halten höchstens die Nachbarn beim Abendessen fern, aber nicht die Moskitos."

Reisemedizinische Infos gibt es unter www.crm.de

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