Ärzte Zeitung App, 25.11.2014

Reisekrankheit

Es gibt guten Rat für die Prophylaxe

Reisen mit Flugzeug, Bahn, Auto oder Schiff werden vielen Menschen durch Reisekrankheit vergällt. Es gibt wirksame Prophylaxe.

Von Dr. Sandra Vergin und Professor Tomas Jelinek

DÜSSELDORF. Besonders vor Kreuzfahrten suchen Urlauber häufig ärztlichen Rat zu Reisekrankheit. Die Patienten bemerken zunächst ein Schwindelgefühl und Kopfschmerzen, in der Folge kommt es zu Übelkeit und Erbrechen.

Ursache hierfür sind widersprüchliche Informationen, die das Gehirn erreichen: Einerseits befindet sich der Körper in einer ruhenden Position, andererseits werden aber Bewegungsreize aus der Umgebung wahrgenommen.

Betroffene sollten zunächst über einfache Maßnahmen aufgeklärt werden. In der Bahn etwa einen Sitzplatz in Fahrtrichtung wählen oder im Auto vorne oder im Flugzeug in der Mitte über den Tragflächen.

Die Reisenden sollten ihren Blick am besten auf den Horizont richten. Lesen, schreiben und Ähnliches sind zu unterlassen, weil es die Symptome verstärkt. Bei Autofahrten sind regelmäßige Stopps ratsam, um frische Luft zu schnappen und sich zu bewegen.

Reicht das nicht aus, stehen Medikamente zur Prophylaxe zur Verfügung. Mittel mit Dimenhydrinat sind rezeptfrei und als Tabletten, Kapseln oder als Kaugummi erhältlich.

Des Weiteren gibt es verschreibungspflichtige Pflaster mit dem Wirkstoff Scopolamin, die wenige Stunden vor Reiseantritt hinter das Ohr geklebt werden.

Ein großer Nachteil dieser Präparate ist jedoch ihre einschläfernde Wirkung, wodurch beispielsweise die Fahrtüchtigkeit des Anwenders beeinträchtigt wird. Für kleine Kinder sind sie zudem nicht zugelassen.

Aus dem europäischen Ausland können Tabletten mit dem Wirkstoff Cinnarizin bezogen werden, die keine Müdigkeit hervorrufen.

Oftmals hat sich auch die Einnahme von Ingwerkapseln als effektiv gegen Reisekrankheit erwiesen, wobei hier keine unerwünschten Wirkungen zu erwarten sind.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »