Ärzte Zeitung, 26.09.2007

Privatschulen liegen voll im Trend

Institut der Deutschen Wirtschaft weist auf mangelnde finanzielle Unterstützung hin

KÖLN (eb). Privatschulen unterrichten häufig erfolgreicher als ihre staatlichen Pendants. Das berichtet das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

In zwölf Bundesländern liegen nach IW-Angaben die jeweiligen Anteile der Hochschulzugangsberechtigten aus Privatschulen um mindestens zehn Prozentpunkte über der Abiturientenquote staatlicher Schulen. Auch der internationale Bildungsvergleich PISA, hieß es, stärke den Privatschulen den Rücken. So sammelten die getesteten Privatschüler in der Lesekompetenz 2003 in Deutschland 564 Punkte - 79 Zähler mehr als staatlich unterrichtete Schüler.

Die freien Schulen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Von 1992 bis 2005 hat sich die Zahl der Privatschüler um gut 43 Prozent auf 640 000 erhöht. Die allgemeinbildenden öffentlichen Schulen hingegen verzeichnen nach IW-Angaben seit 1997 deutlich rückläufige Schülerzahlen.

Der Privatschüleranteil erreicht aufgrund dieses Trends inzwischen gesamtdeutsch das Niveau, das er in Westdeutschland bereits vor der Wiedervereinigung innehatte. Soll die Quote aber auf das durchschnittliche Industrieländer-Niveau steigen, müssten im Vergleich zu 2004 weitere 1,2 Millionen Kinder - insgesamt zwei Millionen - von ihren Eltern auf private Schulen geschickt werden.

Trotz dieses Erfolgs und der staatlichen Pflicht, die anerkannten Ersatzschulen finanziell ausreichend zu unterstützen, würden diese oft mit Blick auf staatlich getragene Schulen benachteiligt. Im Mittel der Bundesländer erhalten die Privatschulen - Förderschulen ausgenommen - je Schüler einen staatlichen Zuschuss von 3800 Euro. Für öffentliche Schulen werden laut amtlichen Berechnungen Pro-Kopf-Ausgaben von 4900 Euro getätigt.

Helmut E. Klein: Privatschulen in Deutschland, Regulierung, Finanzierung, Wettbewerb, IW-Ana!ysen, Köln 2007, 17,80 Euro. Bestellung: www.divkoeln.de

Topics
Schlagworte
Schule (664)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »