Ärzte Zeitung online, 12.11.2008

Umfrage: Eltern vermissen nach PISA Bildungsreformen

BERLIN (dpa). Die Mehrheit der Eltern sieht seit dem ersten PISA- Test vor acht Jahren keine Verbesserungen im deutschen Bildungssystem. 40 Prozent sagten bei einer Forsa-Umfrage, es gebe keine Änderungen. Ein Viertel der Eltern ist sogar der Auffassung, die Situation in den Schulen sei schlechter geworden. Nur 29 Prozent sehen deutliche oder leichte Verbesserungen.

Das schlechte deutsche Abschneiden bei der erstmals im Frühjahr 2000 durchgeführten internationalen Schulleistungsstudie hatte in der Öffentlichkeit einen Schock ausgelöst. Die Kultusminister hatten sich danach auf ein Maßnahmenpaket verständigt. Im Mittelpunkt stehen dabei der Ausbau frühkindlicher Bildung und die Einführung von bundesweiten, für alle Schulen verbindlichen Bildungsstandards. Sie beschreiben, was ein Schüler am Ende einer bestimmten Jahrgangsstufe können muss. Am kommenden Dienstag wird in Berlin ein neuer PISA-Bundesländervergleich veröffentlicht. Dafür waren im Frühjahr 2006 über 55 000 Schüler an 1500 Schulen getestet worden.

Der deutsche PISA-Koordinator Manfred Prenzel, mahnte dem "Stern" gegenüber zu Geduld: "Tiefgreifende Veränderungen im Schulsystem brauchen 10 bis 20 Jahre."

Für die Umfrage im Auftrag der Zeitschrift "Stern" wurden 1000 repräsentativ ausgesuchte Bürger Anfang November befragt.

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