Ärzte Zeitung online, 09.09.2009

Hintergrund OECD-Bericht: Mehr Studienanfänger, weniger Abbrecher

BERLIN (dpa). Die wichtigsten Ergebnisse des am Dienstag vorgestellten neuen weltweiten Bildungsberichtes der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Kürze:

  • Studienanfänger: Ihr Anteil am Altersjahrgang stieg in Deutschland zwischen 1995 und 2008 von 26 auf 36 Prozent. Im Schnitt der 30 wichtigsten Industrienationen nehmen dagegen heute 56 Prozent ein Studium auf.
  • Studienabschlüsse: 23 Prozent eines Jahrganges schlossen 2007 erfolgreich ein Studium ab. 1995 waren dies erst 14 Prozent. Im OECD- Schnitt verdoppelte sich die Akademiker-Quote im gleichen Zeitraum von 18 auf 36 Prozent.
  • Abbrecherquote: 2005 lag die Studienabbrecherquote in Deutschland bei 23 Prozent, im OECD-Mittel bei 31 Prozent.
  • Promotionen: Bei den Promotionen hat Deutschland eine Spitzenstellung. 2,3 Prozent der Nachwuchsakademiker erwerben in der Bundesrepublik einen Doktor-Titel. Lediglich Portugal (3,7 Prozent), Schweden und die Schweiz (je 3,3 Prozent) sowie Finnland (2,9 Prozent) erreichen höhere Werte. Das OECD-Mittel liegt bei 1,5 Prozent.
  • Ausländische Studenten: Deutschland ist nach den USA und Großbritannien drittwichtiges Gastland für ausländische Studierende. 8,6 Prozent aller Studenten aus den anderen OECD-Staaten studieren zumindest eine Zeitlang an einer deutschen Hochschule. 2000 waren dies noch 9,8 Prozent.
  • Deutsche im Ausland: Deutsche Studenten gehen gerne ins Ausland. 2007 waren 85 000 deutsche Studierende an einer ausländischen Hochschule eingeschrieben. Das sind 3,2 Prozent aller im Ausland Studierenden aus OECD-Ländern. Diese Quote wird nur von China, Indien und Korea übertroffen. Langfristiges Ziel ist, dass jeder zweite deutsche Student ein Teil seiner Ausbildung oder ein Praktikum im Ausland absolviert.
  • Bildungsausgaben: 2006 gab Deutschland nach OECD-Rechnung 4,8 Prozent seines Brutto-Inlandsproduktes (BIP) für Bildung aus. Das waren 0,3 Prozent weniger als 2005. Eingerechnet sind dabei öffentliche wie private Ausgaben. Im OECD-Schnitt stieg der Anteil im gleichen Zeitraum von 5,4 Prozent auf 5,5 Prozent.

Lesen Sie dazu auch:
OECD: Trotz Krise noch mehr in Bildung investieren

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »