Ärzte Zeitung, 09.12.2009

Hilfe bei der Wahl für ein geeignetes Internat

Es gibt viele Gründe, sein Kind in einem Internat anzumelden. Die Auswahl ist groß, die Suche fällt oft schwer. Ein Beratungs- unternehmen aus Wiesbaden kann helfen.

Von Sabine Schiner

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Spaß in der Pause. Viele Schüler wissen die Vorteile von Internaten zu schätzen.

Foto: YuriArcurs@fotolia.com

WIESBADEN. "Wir kümmern uns um ihr Kind" - das versprechen viele Internate in ihren Hochglanzprospekten. Doch wie findet man heraus, welche Einrichtung für das Kind die Richtige ist? "Internate sind wie Persönlichkeiten", sagt Detlef Kulessa von der Wiesbadener Firma Töchter und Söhne. "Es kommt darauf an, wer dort arbeitet." Er und sein Team beraten Eltern bei der Auswahl.

Es gibt viele Gründe, sein Kind in ein Internat zu geben. Da ist zum einen die steigende Unzufriedenheit mit dem staatlichen Schulsystem und seinen Nachteilen wie Stundenausfall, mangelnder individueller Betreuung und überforderten Lehrern. "Viele Schüler", so Kulessa, "kommen mit den großen Klassen nicht zurecht." Häufig wird der Berater auch nach Scheidungen eingeschaltet. "Da muss die Mutter wieder arbeiten gehen und der Vater bezahlt den Kindern das Internat", erzählt Kulessa. Auch vielen Arztfamilien hat er schon Internate vermittelt.

Ein Privileg für Reiche? Das war einmal!

Oft seien beide Eltern in der Praxis eingespannt und hätten keine Zeit, ihre Kinder nach der Schule zum Gitarrenunterricht oder zum Fußballspiel zu fahren. "Es ist ihnen aber trotzdem wichtig, dass die Kinder gefördert werden. Da ist das Internat eine gute Lösung." Die Zeiten, in denen Internate hauptsächlich von Adeligen und Superreichen in Anspruch genommen wurden, sind nach Angaben von Kudera längst vorbei. "Das hat heute viel mit Bildungsbewusstsein zu tun."

Die Initiative, nach einem geeigneten Internat zu suchen, geht zu 80 bis 90 Prozent von den Eltern aus. "Es gibt auch Kinder, die Bücher über Harry Potter oder Hanni und Nanni gelesen haben und unbedingt in ein Internat wollen - aber dies ist eher selten", sagt Detlef Kulessa. In den meisten Fällen haben sich die Eltern, die zu ihm kommen, zuvor bereits mit ihrem Nachwuchs abgesprochen. "Kinder müssen in ein Internat wollen", sagt Kulessa. Eltern sollten eine solche Entscheidung nicht alleine treffen.

Bei der Wahl einer Einrichtung ist weniger die Schulform entscheidend - Internate sind staatlich anerkannte Gymnasien und Realschulen - sondern die pädagogische Richtung: Es gibt Einrichtungen, die auf der Idee der Reformpädagogik aufgebaut sind, andere haben eine konfessionelle Ausrichtung, wieder andere orientieren sich an der Montessori-Pädagogik. "Das eigentlich entscheidende ist jedoch das Außerschulische", sagt Kulessa. Welche Freizeitbeschäftigungen gibt es? Wie ist das Sportangebot? Im Unterschied zum Leben in der Familie sind im Internat Schule und Familienleben nicht voneinander getrennt. Im Internat ist der Deutschlehrer auch Schiedsrichter in der Fußballmannschaft und Regisseur in der Theatergruppe. "Internatsschüler lernen Lehrer in ganz anderen Zusammenhängen kennen", so der Berater. Internate förderten das Leben in der Gemeinschaft, woraus tiefe Freundschaften und Verbindungen entstehen könnten.

Die Beraterfirma Töchter und Söhne gibt es seit zehn Jahren. Kulessa hat elf Mitarbeiter und mehr als 25 000 Eltern im Adressenpool. Von den Internaten, die auf der Empfehlungsliste der Firma stehen, verlangt Kulessa eine Selbstverpflichtung auf Qualität und ein ganzheitliches Erziehungskonzept.

Was wollen Eltern, was erwarten Kinder?

Kommt es zu einem erfolgreichen Abschluss, bekommt Kulessa vom Internat eine Provision. Dem geht eine intensive Beratung der Eltern voraus. "Wir stehen in einem Dialog", beschreibt der Berater seine Arbeit. "Wir versuchen herauszubekommen, was die Eltern und was die Kinder sich wünschen."

Welches Hobby hat das Kind? Wie sind die Leistungen in der Schule? Soll das Internat in der Nähe des Heimatortes sein oder gar im Ausland? "Bei der Auswahl eines geeigneten Instituts versuchen wir, die Erwartungen von Eltern und Kindern unter einen Hut zu bringen", sagt Kulessa. Es könnten schon mal bis zu 20 Gespräche sein, die er mit einer Familie führt, ehe drei Internate in die engere Wahl kommen. "In 95 Prozent der Fälle ist das passende Internat dabei", sagt er.

Der Berater bleibt auch nach einer Vermittlung mit der Familie in Kontakt. "Wir bekommen so intensive und genaue Informationen über das Innenleben der Schulen". Wenn sich Probleme in einem Haus häufen, streicht Kulessa die Einrichtung von seiner Liste. "Selbstverständlich", so Kulessa, "können sich Eltern all diese Informationen auch selbst besorgen. Sie können im Internet recherchieren, selbst mit den Internatsleitern sprechen, sich auf dem Schulhof umhören. Allerdings ist das mit einem großen Zeitaufwand verbunden - und da können wir helfen."

www.internate.org

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