Ärzte Zeitung, 08.12.2009

Wie halten es die Deutschen mit der Mathematik?

Eine Studie der "Stiftung Rechnen" zeigt: Mathematische Kompetenz wird von vielen Bürgern als extrem wichtig erachtet.

HAMBURG (dpa/eb). Für manchen Schüler ist Mathe ein Albtraum, doch Aufmerksamkeit kann sich später bezahlt machen: 28 Prozent der Deutschen bereuen, nicht mehr Energie ins Mathelernen gesteckt zu haben. Das ergab eine repräsentative Studie der "Stiftung Rechnen" aus Quickborn bei Hamburg, die vor kurzem vorgestellt worden ist. Fast jeder Fünfte (19 Prozent) muss demnach während seiner Ausbildung oder seines Studiums viel mathematisches Wissen nachholen.

20 Prozent der Kinder und Jugendlichen haben im vergangenen Schuljahr in Mathe eine Vier oder eine noch schlechtere Note kassiert. Die Durchschnittsnote in Mathematik liegt bei 2,7. Rechnen zu können, ist für 89 Prozent der befragten Schüler wichtig. Als noch wichtiger bezeichnen die jungen Menschen lediglich den Besitz sozialer Fähigkeiten (90 Prozent) und die Lese- und Schreibkompetenz (98 Prozent).

Für die bundesweite Studie "Rechnen in Deutschland" wurden bei einer repräsentativen Stichprobe 1370 Schüler aller Schulformen ab der fünften Klasse, 1057 Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren und 1029 Eltern mit schulpflichtigen Kindern befragt.

"Rechnen in Deutschland" zeigt, dass die große Mehrheit der Deutschen mathematische Kompetenz als wichtig für eine erfolgreiche Lebensführung betrachtet. Auch Kinder und Jugendliche sind sich der Bedeutung einer guten Mathe-Note und Rechenkompetenz bewusst. Die meisten Schüler und Erwachsenen halten sich für gute oder sehr gute Rechner. Allerdings schneiden sie im Fach Mathematik - wie etwa die PISA-Studie belegt - auch im internationalen Vergleich nur mittelmäßig ab. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass von Eltern mehr Initiative für mathematische Bildung ihrer Kinder gefragt ist.

www.stiftungrechnen.de

Topics
Schlagworte
Schule (664)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »