Ärzte Zeitung online, 07.01.2010

Gericht: Schule nicht Schuld an Prostitution

AMSTERDAM (dpa). Wenn eine Schülerin Prostituierte wird, kann sie dafür nicht ihre Schule verantwortlich machen. Mit dieser Entscheidung wies ein Gericht in den Niederlanden die Klage einer inzwischen 20 Jahre alten Bestseller-Autorin gegen ihre frühere Schule in der Stadt Zwolle ab, berichtete die Zeitung "de Volkskrant" am Donnerstag.

Zusammen mit ihrer Mutter hatte Maria Mosterd, die mit einem Buch über ihre demütigenden Erfahrungen als Prostituierte bekannt wurde, 50 000 Euro Schadenersatz verlangt. Lehrer hätten sich nicht genügend bemüht, sie von einem "Lover Boy" fernzuhalten, kritisierte sie. So werden in Holland jugendliche Zuhälter genannt, die jungen Mädchen Liebe vorgaukeln und sie schließlich auf den Strich schicken.

Die Schulbehörde hatte in dem Prozess geltend gemacht, dass Marias Lehrer versucht hätten, die Mutter zu warnen und darauf aufmerksam zu machen, dass ihre Tochter den Unterricht schwänzt. Sie sei jedoch nie telefonisch erreichbar gewesen. Zudem liege die Hauptverantwortung für den Lebenswandel von Minderjährigen bei deren Eltern und nicht bei der Schule, befanden die Richter.

Der Anwalt der Klägerinnen kündigte Berufung an. Reportern sagte die Mutter der Ex-Prostituierten, es komme in den Niederlanden immer wieder vor, dass Schülerinnen von "Lover Boys" zur Prostitution verleitet werden. Sie habe mit der Klage auf dieses Problem aufmerksam machen wollen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Antibiotika gegen Rückenschmerzen

Verursachen Bakterien heftige Bandscheiben-Beschwerden? Für Forschungen zur Behandlung von Rückenschmerzen mit Antibiotika wurde jetzt der Deutschen Schmerzpreis verliehen. mehr »

QuaMaDi wird fortgesetzt

Aufatmen im Norden: KV und Kassen haben sich auf den Fortbestand des Brustkrebsfrüherkennungsprogramm QuaMaDi geeinigt. mehr »

Ethikrat sucht nach dem goldenen Mittelweg

Wann ist eine medizinische Zwangsbehandlung fürsorglicher Schutz, wann ein unangemessener Eingriff? Diesen Fragen widmet sich aktuell der Deutsche Ethikrat. mehr »