Ärzte Zeitung, 09.02.2011

Kein Schulabschluss ohne ein Konsum-Einmaleins

Wie sollte sich ein mündiger junger Mensch in unserer Konsumgesellschaft verhalten? Verbraucherschützer fordern das Fach "Verbraucherbildung" an allen Schulen.

BERLIN (eb). Dioxin und andere Lebensmittelskandale haben es gezeigt: Eine Verbraucherbildung muss bereits in Schulen so selbstverständlich werden wie Mathe und Deutsch. Das jedenfalls fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband.

"Die Schule muss mündige, kompetente Verbraucher ins Leben entlassen", sagt vzbv-Vorstand Gerd Billen. Das Fach "Verbraucherbildung" habe die Projektphase durchschritten und müsse nun endlich fix im Lehrplan verankert werden.

In Zusammenarbeit mit dem vzbv will das Bundesverbraucherministerium in den kommenden Jahren das Verbraucherwissen und die Konsumkompetenz von jungen Menschen stärken. "Verbraucherwissen fliegt einem nicht einfach zu, sondern muss erlernt werden wie das ABC oder das Einmaleins", so Billen.

Oft bleibe es dem Engagement der Lehrer überlassen, ob sie ihren Schülern und Schülerinnen das Rüstzeug vermitteln, das sie benötigen, um ihr Leben und ihren Konsumalltag eigenverantwortlich zu bewältigen.

Geschehe dies nicht, seien individuell und gesellschaftlich folgenschwere Fehlentscheidungen die Konsequenz. Billen: "Was bringt es, wenn es Rechte gibt, Verbraucher ihre Rechte aber nicht kennen oder nicht in der Lage sind, sie einzufordern? Informationen alleine bringen nichts, wenn sie nicht verstanden werden."

Daher fordert der Verband, dass Verbraucherbildung ein Pflichtfach in allen Schulformen wird. Dazu gehöre auch eine bessere Ausbildung für Lehrer. Um ihnen den Unterricht momentan zu vereinfachen, will der Verband Unterrichtsmaterial deutlich besser als bisher zur Verfügung stellen.

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