Ärzte Zeitung online, 04.10.2011

Studie: Viele Lehrer denken an Frühpensionierung

HAMBURG/LÜNEBURG (dpa). Viele Lehrer halten ihren Beruf für so stressig, dass sie ihn nicht bis zur Rente ausüben können. Nur weniger als die Hälfte der Lehrer in sieben Bundesländern glaubt nach einer von der Krankenkasse DAK in Auftrag gegebenen Studie, bis zum gesetzlichen Pensionsalter arbeiten zu können.

Studie: Viele Lehrer denken an Frühpensionierung

Viele Lehrer fühlen sich so gestresst, dass sie über Plan B, die Frühpensionierung, nachdenken.

© Helder Almeida / fotolia.com

Sie glauben, dass sie vorzeitig in den Ruhestand gehen müssen. Unter den von der Leuphana Universität Lüneburg befragten Pädagogen leiden mehr Lehrerinnen unter Schulstress.

"Zeitdruck, fehlende Erholungspausen und große Leistungsunterschiede bei den Schülern belasten die Lehrer am meisten", sagte Cornelius Erbe von der DAK. Für die Studie wurden knapp 1300 Lehrer im Alter zwischen 24 und 65 Jahren über drei Jahre hinweg jeweils im Mai an 29 Schulen befragt.

Rund 16 Prozent dieser Pädagogen glauben, dass sie gesundheitlich nicht in der Lage sein werden, bis zur Pensionsgrenze zu arbeiten. 44 Prozent sind sich nicht sicher, ob sie so lange arbeiten können.

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes erreichten 2009 rund 40 Prozent der Lehrer die Regelaltersgrenze von 65 Jahren. 11 Prozent hätten einen Antrag auf Frühpensionierung mit 60 gestellt, teilte ein DAK-Sprecher mit.

Am stärksten leiden die Lehrer der Studie zufolge darunter, dass sie nach der Arbeit nicht abschalten können. Jeder Dritte sei emotional hoch beansprucht, fühle sich "wie ein Nervenbündel" oder reagiere ungewollt gereizt.

"Emotionale Beanspruchungen treten häufiger an Schulen auf, an denen die Schulleitung weniger mitarbeiterorientiert ist und es Unstimmigkeiten oder Streit mit dem Kollegium gibt", erläuterte Projektleiter Prof. Lutz Schumacher von der Leuphana Universität Lüneburg.

Befragt wurden Pädagogen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Thüringen.

Topics
Schlagworte
Schule (635)
Organisationen
DAK (1458)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBV drücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »