Ärzte Zeitung, 20.10.2015

Hessen

Gesundheit bewegt auch Schreiber von Schülerzeitungen

An vielen Schulen ist die Gesundheit ein großes Thema - das zeigt auch ein Blick in die Schülerzeitungen. Auf der Frankfurter Buchmesse wurden nun Hessens beste Exemplare gekürt. Die "Ärzte Zeitung" half bei der Auswahl.

FRANKFURT/MAIN. Die richtige Ernährung, Computersucht, Essstörungen: Viele gesundheitliche Fragestellungen betreffen kaum eine Altersgruppe so direkt und unmittelbar wie Schüler. Das zeigt sich auch bei einem Blick in Hessens Schülerzeitungen - hier sind Themen zu gesundheitlichen und gesundheitspolitischen Fragen seit Langem präsent.

"Viele Schülerzeitungen beschäftigen sich seit Jahren mit den Themen physische und psychische Gesundheit", erklärt Projektleiterin Lisa Brüßler von der Jugendpresse Hessen. "Oft geht es dabei um Fragen, wie eine gute Ernährung aussieht, warum man als Vegetarier gut leben kann, aber auch was man tun kann, wenn ein Mitschüler computersüchtig ist oder was Mobbing mit jungen Menschen macht."

Diese Themen rund um den sozialen Alltag in der Schule hätten in den letzten Jahren stark zugenommen, so Brüßler.

Siegerehrung auf der Buchmesse

Einseitig ist die Themensetzung in den Schülerzeitungen - ganz gleich, ob Grundschule oder Gymnasium - aber nie: Neben aktuellen gesellschaftlichen Fragen, die die Kinder und Jugendlichen bewegen, sind oft auch politische Texte, Interviews oder gar Rätsel anzutreffen.

Auf der Frankfurter Buchmesse hat die Jugendpresse Hessen, der unabhängige Verband junger Medienmacher im Bundesland, nun die besten Exemplare ausgezeichnet. Aus über 50 Einsendungen des Schuljahres 2014/15 hatte die sechsköpfige Jury die Sieger in den Kategorien Grundschule, Förderschule, Gesamt- und Realschule sowie Gymnasium ausgewählt.

Neben Dr. Mathias Alexander (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Christoph Heider (Hessische Landesvertretung in Brüssel), Miriam Keilbach (Frankfurter Rundschau), Vorjahressieger Nico Arnold und Stefan Löw (Pressesprecher des Hessischen Kultusministeriums) war auch die "Ärzte Zeitung" in der Jury vertreten: Jana Kötter, Redakteurin im Ressort Gesundheitspolitik und Wirtschaft, half als Jurymitglied bei der Suche nach den besten Nachwuchsjournalisten Hessens.

Sehr knappe Entscheidungen

"Die Konkurrenz besonders bei den Grund- und Gesamtschulen war sehr groß", bilanziert Brüßler. "Die Auswahl war sehr knapp - manche Entscheidungen konnten erst mit der zweiten Kommastelle getroffen werden." Die Jury traf sich nach der Lektüre der eingesandten Zeitungen, um die Auswahl der Sieger zu diskutieren.

Die beste Grundschul-Schülerzeitung produzierte nach Ansicht der sechs Jurymitglieder letztlich die Redaktion der Merianschule in Frankfurt/Main, in der Kategorie Förderschule gewannen die Schüler der "MLS-News", der Zeitung der integrierten Martin-Luther-Schule Buseck.

Die Schillerschule Offenbach belegte den ersten Platz in der Kategorie der Real- und Gesamtschulen; eine weitere Anreise hatten die Redakteure des "Umlauf", des Magazins des Goethe-Gymnasiums Kassel, die in der Kategorie Gymnasium und Realschulen mit Sekundarstufe II siegten.

Weil das Themenfeld Gesundheit in vielen der Einreichungen eine große Rolle gespielt hat, habe man reagiert und den Preis für den besten Einzelartikel in diesem Jahr ebenfalls in Kategorien aufgesplittet, erklärt Projektleiterin Brüßler. "Neben dem dominanten Thema Europa und Flüchtlingspolitik ist der soziale Alltag in der Schule und damit auch das Feld Gesundheit eines der dominierendsten in den Schülerzeitungen", erklärt sie.

Die Sieger in der Kategorie hatten sich etwa mit dem Alltag der Ehrenamtlichen bei der Weilburger Tafel (Evelin Mendel und Lea Hlapovic, Jakob-Mankel-Schule Weilburg) oder einer psychologischen Analyse, warum sich Menschen radikalisieren (Maelene Lindgren, Jacob-Grimm-Schule Kassel) beschäftigt.

Die besten Schülerzeitungen der jeweiligen Kategorie qualifizieren sich nun für den Schülerzeitungswettbewerb der Länder, dessen Preisverleihung im Bundesrat stattfinden wird. In den vergangenen Jahren waren Hessens Redaktionen dabei sehr erfolgreich. (jk)

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