Ärzte Zeitung online, 19.08.2016

Rio 2016

Amerikaner bleiben wegen Zika lieber daheim

Amerikanische Schlachtenbummler sind im Normalfall bei Olympischen Spielen stark vertreten. Doch die Angst vor Zika hat manchen Fan von einer Reise absehen lassen.

WASHINGTON. Die Amerikaner lieben die olympischen Spiele - und das nicht nur vor dem heimischen Fernseher. 200.000 Landsleute, so hatte man ursprünglich geschätzt, würden höchstpersönlich nach Rio reisen, um die amerikanischen Sportler anzufeuern.

Leider kam dann unter anderem das Zika-Virus dazwischen. Nun erwarte man nur noch halb so viele amerikanische Fans bei den olympischen Spielen, sagte im Juni ein Vertreter der US-Regierung anonym zur Tageszeitung USA Today.

Auch Sportler waren verunsichert

Wer kann es den Fans verübeln: Selbst eine Reihe von olympischen Sportlern ist verunsichert. Immer wenn einer von ihnen sich entschied, lieber zu Hause zu bleiben, gab es eine Schlagzeile: Tennisspielerin und Weltranglisten-Fünfte Simona Halep sagte, dass ihr das Risiko zu groß sei, auf Grund einer Zika-Infektion keine eigenen Kinder bekommen zu können. Woher sie ihre Informationen bezogen hat, steht in den Sternen.

Auf soliderem Entscheidungsboden stand Radfahrer Tejay van Garderen: Er begründete seinen Rückzug von den Olympischen Spielen mit der Tatsache, dass er seine schwangere Frau nicht gefährden wolle.

Volleyballtrainer John Speraw dachte ebenfalls an die Zukunft: Er ließ seine Spermien einfrieren, für alle Fälle. Er sei schließlich nicht mehr der Jüngste.

Vorbildliche Südkoreaner

Fußballtorhüterin Hope Solo hatte sich nach eigenen Angaben nur "unter größten Bedenken" entschieden, bei der Olympiade mitzumachen.

Wie sie potenziell infizierte Stechmücken von sich fernzuhalten gedachte, hat sie über Twitter verbreitet: Ein Foto zeigte ihr heimisches Bett, auf dem eine Wagenladung von Insektenschutzmitteln ausgebreitet war. Ein anderes zeigte Solo selbst, mit imkergerechter Kopfverhüllung.

Andere mokierten sich über die besorgten Sportler: Der legendäre südafrikanische Golfspieler Gary Player meinte vor kurzem zum Nachrichtensender Fox News: "Das Risiko, in Amerika erschossen zu werden oder bei einem Autounfall ums Leben zu kommen, ist größer als an Zika zu erkranken."

Das südkoreanische Sportlerteam war allen voraus: Es hatte schon im April stolz seine stechmückenabwehrenden Uniformen vorgestellt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »