Ärzte Zeitung, 13.06.2005

18 Ärzte laufen Marathon für einen guten Zweck

10 000 Euro Spendengeld mit Unterstützung von Novartis und Takeda Pharma / 1200 Blutdruck-Messungen

HEILBRONN (eb). 10 000 Euro Spendengeld haben 18 Ärzte beim 5. Trollinger-Marathon in Heidelberg erlaufen. Auf dem Marathonmarkt am Vortag haben die Mediziner außerdem kostenlose Blutdruck-Messung angeboten. Ebenfalls mit Erfolg: 1200 Messungen haben sie vorgenommen.

Ein Teil des Ärzte-Teams beim Trollinger-Marathon in Heilbronn. Organisator war der Allgemeinmediziner Dr. Markus Quintela Schneider (dritter von rechts). Fotos: Quintela Schneider

Unter der Organisation von Dr. Markus Quintela Schneider, einem Facharzt für Allgemeinmedizin, haben sich die 18 Ärzte bereit gefunden, für einen guten Zweck zu laufen. Die Unternehmen Novartis und Takeda Pharma haben die Aktion mit je 5000 Euro unterstützt. Die Stimmung sei "überwältigend" gewesen, begeistert sich Quintela Schneider. Über 50 000 Zuschauer haben die Läufer angefeuert.

Mit dabei waren auch 140 Schüler der Silcherschule. Denn das Geld komme einem Projekt an ihrer Schule zugute, so die Organisatoren des Benefiz-Laufs: dem Projekt "Sozialkompetenz Silcherschule". An dieser Grundschule in Heilbronn läuft derzeit ein Pilotprojekt, bei dem verhaltensauffällige Schüler ein Sozialkompetenztraining erhalten, um zu verhindern, daß sie auf eine Sonderschule ausgeschult oder gar einer medikamentösen Therapie zugeführt werden.

RR-Aktion: Blutdruck-Messungen haben die Marathon-Ärzte am Tag vor dem Lauf angeboten.

"Wie ein Mannschaftssportler, der merkt, daß ihm im Spiel die Puste fehlt, sollen Schüler im Sozialkompetenz-Training lernen, im Klassenverband ohne Schwierigkeiten und Konflikte mitzuarbeiten", so Quintela Schneider. Dieses Training werde durch Spenden überhaupt erst möglich gemacht. Mit dem Geld wird eine Sonderpädagogin bezahlt.

Auch die Blutdruckmeß-Aktion auf dem Marathonmarkt wurde von den beiden Pharma-Unternehmen unterstützt. Erstaunlich sei gewesen, sagt Quintela Schneider, "daß viele Läufer hypotone Werte zeigten, die nicht allein situativ erklärt werden können und dem austrainierten Grundzustand der Sportler nicht entsprechen". So hätten die Ärzte viel Aufklärungsarbeit leisten müssen.

Beim nächsten Trollinger Marathon wird sich das Projekt ausweiten. Es sei geplant, am Tag vor dem Lauf Reihenmessungen in Zusammenarbeit mit der Hochdruckliga zu machen und die hohe Besucherfrequenz zu nutzen, um über die arterielle Hypertonie aufzuklären, so der Organisator. "Wir planen mit der Hochdruckliga einen Hypertonie-Tag zu machen, einfach weil an diesem Tag 5000 Menschen ihre Startunterlagen abholen müssen und das ganze für Heilbronn ein Großereignis ist."

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