Ärzte Zeitung, 13.10.2005

Olympiaarzt stärkt Klinsi den Rücken

Auch Professor Kindermann hält die Fitneßtests der Nationalkicker für unabdingbar

NEU-ISENBURG (Smi). Noch vor dem gestrigen Länderspiel gegen China hat Bundestrainer Jürgen Klinsmann wegen seiner umstrittenen Fitneßtests Unterstützung von kompetenter Seite erhalten: Olympiaarzt Professor Wilfried Kindermann hält die Tests sogar für unverzichtbar.

"Es mag sein, daß einige Muskelkater bekommen, weil bisher wenig trainierte Muskelgruppen beansprucht wurden - was für ein Defizit sprechen würde", erklärte Kindermann, der als Sportmediziner an der Universität des Saarlandes lehrt, in einem Gespräch mit der Online-Agentur Sport1.de. "Aber eine Überbelastung oder gar ein Leistungseinbruch resultiert daraus sicherlich nicht."

Nach dem verlorenen Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen die Türkei hatten einige Bundesligatrainer und -Manager die von Klinsmann angesetzten Fitneßtests kritisiert, weil sie die Kicker zusätzlich geschwächt hätten.

Kindermann, der von 1990 bis 2000 auch als Internist bei der Nationalmannschaft tätig war, zäumt das Pferd von der anderen Seite auf: "Sollten sich Spieler überfordert fühlen, rechtfertigt das geradezu diese Tests, um die aufgedeckten Defizite gezielt zu beseitigen."

Eine konditionelle Leistungsdiagnostik innerhalb der Nationalmannschaft gebe es im übrigen schon sehr lange, so Kindermann. Daß der Bundestrainer US-amerikanische Trainer dafür engagiert habe - ein weiterer Ansatzpunkt seiner Kritiker - findet der Leitende Olympiaarzt okay.

"Die Tests der amerikanischen Fitneßprofis sind komplementär zu betrachten, ergänzen also unsere sportmedizinisch konditionelle Leistungsdiagnostik", sagte er. "Sie beurteilen in erster Linie Beweglichkeit, Koordination und Kraft oder Schnellkraft."

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