Ärzte Zeitung, 13.02.2006

Olympia ist für deutsche Ärzte ein Ehrenamt

Um die 161 deutschen Olympia-Teilnehmer kümmern sich insgesamt 17 Ärzte und 24 Physiotherapeuten

Von Anja Krüger

Für die medizinische Betreuung der 161 deutschen Olympiateilnehmer in Turin hat das NOK auf Vorschlag der Wintersportverbände 17 Ärzte und 24 Physiotherapeuten nominiert. Mit Ausnahme des Deutschen Curling-Verbands entsenden alle sechs an den Spielen beteiligten Organisationen Mediziner. Die meisten Ärzte sind Orthopäden, auch einige Internisten sind unter ihnen.

Unterstützt Athleten von Sestriere aus: Dr. Hubert Hörterer. Foto: privat Dr. Ernst Jakob betreut seit 1985 das deutsche Skisprung-Team. Die nächsten Medaillen werden auf der Großschanze am kommenden Samstag vergeben. Foto: privat

Die medizinische Gesamtleitung hat Professor Wilfried Kindermann aus Saarbrücken übernommen, für die Ausstattung der deutschen Olympia-Apotheke ist der Münchener Arzt Dr. Bernd Wolfarth zuständig.

Wolfarth ist außerdem für die Bearbeitung sämtlicher medizinischer Ausnahmegenehmigungen (TUE - Therapeutic Use Exemption) verantwortlich. Die Koordination der medizinisch-technischen Ausstattung vor Ort liegt bei Dr. Georg Huber von der Universitätsklinik Freiburg.

In Turin befindet sich die zentrale medizinische Anlaufstelle und die zentrale Apotheke, die von Huber betreut werden. Da die Sportler in verschiedenen Olympischen Dörfern untergebracht sind, gibt es in Sestriere eine weitere Anlaufstelle für Ärzte und Athleten. Sie wird von Dr. Hubert Hörterer und Dr. Ernst-Otto Münch geleitet, die für den Deutschen Skiverband in Italien sind.

17 Ärzte versorgen die deutschen Athleten

Dr. Andreas Gröger. Foto: Dt. Eishockey-Bund Dr. Meinhard Balensiefen. Foto: Dt. Eishockey-Bund Heinz Kusche. Foto: Snowboard Verband Deutschland
Gerrit Sommer. Foto: Snowboard Verband Deutschland Dr. Volker Smasal. Foto: obs/Stroebel Communications" Dr. Ernst-Otto Münch. Foto: dpa

Koordination: Dr. Georg Huber

Deutscher Skiverband:Dr. Bernd Wolfarth (Biathlon), Dr. Stefan Pecher (Nordische Kombination), Dr. Ernst-Otto Münch (Alpiner Skilauf), Dr. Hubert Hörterer (Alpiner Skilauf), Dr. Ernst Jacob (Skispringen), Dr. Ulrich Schneider (Skilanglauf)

Snowboard Verband Deutschland: Dr. Heinz Kusche (vom 6. bis 13. Februar), Dr. Gerrit Sommer (vom 13. Februar bis zum Ende der Spiele)

Deutsche Eislauf-Union: Dr. Stefan Pfrengle

Bob- und Schlittenverband: Dr. Walter Hubmann (Bobsport), Dr. Volker Jägemann (Rodel), Dr. Christian Schneider (Bobsport und Skeleton)

Deutscher Eishockey-Bund: Dr. Andreas Gröger, Dr. Meinhard Balensiefen

Dt. Eisschnellauf-Gemeinschaft: Dr. Volker Smasal (Eisschnellauf und Short Track), Dr. Karlheinz Zeilberger (Eisschnellauf und Short Track) (akr)

Die medizinischen Zentren sind wie eine gut ausgestattete allgemeinmedizinische Praxis eingerichtet. Hier befinden sich zum Beispiel Ultraschallgeräte, EKG und ein Labor. Für weiterführende Untersuchungen und Notfälle stehen Polikliniken zur Verfügung. "Sie sind sehr gut ausgestattet, und die Kollegen sind sehr nett, teilweise sprechen sie sogar deutsch", sagt Dr. Georg Huber.

Die Mediziner sind bei den Olympischen Spielen ehrenamtlich im Einsatz. "Die betreuenden Verbandsärzte wohnen natürlich bei den entsprechenden Teams", sagt Dr. Christian Schneider von der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin, in der viele Mannschaftsärzte Mitglied sind.

"Der Arbeitstag beginnt am frühen Morgen und führt die Ärzte mit den Athleten an die Trainings- und Wettkampfstätten", berichtet Schneider, der in Turin unter anderem für die Betreuung der Bobfahrer zuständig ist. "Abends finden die notwendigen Behandlungen durch die Ärzte und Physiotherapeuten bis spät in die Nacht statt."

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