Ärzte Zeitung, 30.05.2007

Sportmediziner sehen Ansehen ihrer Disziplin stark beschädigt

Aufklärung und Transparenz nach Dopingskandal gefordert

FRANKFURT AM MAIN (Smi). Der Skandal um die Beteiligung Freiburger Universitätsmediziner am systematischen Doping von Sportlern hat nach Ansicht führender deutscher Sportärzte das Ansehen ihrer Disziplin stark beschädigt. Um weiteren Schaden abzuwenden, fordern sie eine Aufklärung der Vorfälle.

Doping-Helfer - Nein! Sportärzte diskutieren jetzt über Rotationsverfahren, um die Gefahr der Klüngelei mit Top-Athleten zu reduzieren. Foto: dpa

"Durch die Ereignisse gerät in der Öffentlichkeit die Tatsache in den Hintergrund, dass sich 99 Prozent der 10 000 Sportärzte in Deutschland damit beschäftigen, wie Bewegung und Sport bei der Prävention von Zivilisationserkrankungen eingesetzt werden können", ärgert sich Professor Winfried Banzer, Leiter der Abteilung Sportmedizin an der Uni Frankfurt am Main sowie Sport- und Gesundheitsbeauftragter des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Er plädiert für mehr Transparenz bei der Betreuung von Spitzensportlern.

"Ich denke dabei etwa an ein Rotationsverfahren, bei dem alle zwei bis vier Jahre einer der beiden betreuenden Ärzte ausgetauscht wird. So bleibt das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Athlet gewahrt, aber die Gefahr der Abhängigkeit und der Klüngelei könnte damit reduziert werden."

Der DOSB wird jetzt von allen Ärzten, Physiotherapeuten und Trainern des deutschen Teams, das zu den Olympischen Spielen nach Peking reist, eine strafbewehrte Erklärung einfordern, nach der sie nie in Dopingvorgänge verwickelt waren.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
"Dass einzelne Ärzte Doping systematisch betrieben haben, das ist einfach schockierend!"

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