Ärzte Zeitung online, 24.07.2008

Epoetin ohne Dopingmarker

Basel (hub). In die Anämiearznei Mircera® wurde vom Hersteller Roche kein Molekül eingeführt, damit es sich besser vom nativen Erythropoetin unterscheidet und Dopingsünder leichter überführt werden können. Das teilt das Unternehmen unter www.roche.com mit. Mehrere Medien hatten fälschlich berichtet, das Unternehmen habe "ein Molekül" in die Arznei eingebaut.

Tatsache sei, dass das Medikament sich funktionell und strukturell von natürlichem Erythropoetin und allen anderen traditionellen Erythropoese stimulierenden Substanzen (ESA) unterscheide, so das Unternehmen. Bei Mircera® ist Epoetin β mit einem Methoxy-Polyethylenglykol-Polymer verknüpft. Durch diese Pegylierung ist das Molekulargewicht fast doppelt so groß wie das von nativem Erythropoetin. Damit verlängert sich auch die Serumhalbwertzeit.

Roche weist in seiner Mitteilung daraufhin, dass der Missbrauch der Arznei durch gesunde Menschen zu einer deutlichen Zunahme an Hämoglobin führe, was zu lebensbedrohlichen Herzproblemen führen könne.

Das Unternehmen bestätigt hingegen, dass es Proben des Medikamentes und Reagenzien zu dessen Nachweis an die internationale Doping-Agentur WADA gegeben habe. Damit sollte sichergestellt werden, dass die WADA-Labors verlässliche Anti-Doping-Tests vornehmen können.

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