Ärzte Zeitung online, 21.08.2008

Sport hilft dem Denken im Alter auf die Sprünge

BREMEN (eb). Sowohl regelmäßiger Ausdauersport als auch Gymnastik steigern die Leistungsfähigkeit der Gehirne alter Menschen deutlich. Die Stärke der Effekte aufs Gehirn hängen von der Bewegungsart ab.

Foto: Otmar Smit© www.fotolia.de

Das sind erste Ergebnisse einer Studie über 12 Monate mit 115 Teilnehmern im Alter zwischen 65 und 75 Jahren. Sie wurden Trainingsgruppen mit verschiedenen Programmen zugeteilt: Nordic Walking, einem allgemeinen Koordinations- und Gleichgewichtstraining oder einem Stretching- und Entspannungsprogramm. Sie nahmen ein Jahr lang dreimal pro Woche teil.

Ziel der Studie unter der Leitung der Sportwissenschaftlerin Dr. Claudia Voelcker-Rehage von der Universität Bremen war es, die Wirkmechanismen von Bewegung und Entspannung auf den Körper, den Geist und das Befinden zu untersuchen.

Die beiden Gruppen mit Bewegungsprogrammen zeigten nach Abschluss der Studie bessere Leistungen in der Aufmerksamkeitssteuerung als vorher. Sie nutzten ihr Gehirn effizienter, indem sie für die schnelle und genaue Lösung von Aufmerksamkeitsaufgaben weniger Gehirnkapazitäten benötigten. Das konnte anhand von veränderten Gehirnaktivierungsmustern der Probanden gezeigt werden, die mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT) nachgewiesen wurden.

Der positive Effekt auf die kognitive Leistungsfähigkeit war je nach Sportart unterschiedlich: Während die Nordic Walker die Testaufgaben schneller lösen konnten, erzielten die Teilnehmer des Koordinationstrainings qualitativ bessere oder genauere Testergebnisse. Einzig die Probanden, die ausschließlich an dem Entspannungs- und Stretchingprogramm teilgenommen hatten, zeigten keine nachweisbare Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit.

"Wir können an dieser Stelle noch nicht sagen, welche Trainingsform wir zur Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter als die effektivere empfehlen, da offensichtlich beide gut für unseren Geist sind. Entscheidendes Element ist jedoch die aktive Bewegung, da sie offensichtlich zu einer schnelleren und/oder effektiveren Verarbeitung bestimmter Reize führt", fasst Voelcker-Rehage die Ergebnisse zusammen.

Voelcker-Rehage stellte zusammen mit dem Neurowissenschaftler Professor Ben Godde und der Psychologin Professor Ursula M. Staudinger den Teilnehmern und Förderern diese ersten Ergebnisse der interdisziplinären Langzeitstudie "Bewegtes Alter" der Jacobs Universität Bremen vor. Finanziell unterstützt wurde das Projekt von der Robert Bosch Stiftung und der DAK.

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