Ärzte Zeitung online, 06.03.2011

Freiburger Uni beurlaubt Sportmediziner

FREIBURG (dpa). Die Universität Freiburg hat auf der Suche nach gefälschten Forschungsarbeiten eine erste personelle Konsequenz gezogen: Sie beurlaubte den renommierten Sportmediziner Professor Hans-Hermann Dickhuth auf dessen eigenen Wunsch, teilte die Hochschule am Freitag mit.

Zuvor hatte die Vorsitzende der Prüfungskommission, die belgische Wissenschaftlerin Professor Letizia Paoli, erklärt, dass eine von Dickhuth angeforderte Liste über Promotionsarbeiten nicht vollständig sei.

Der Leiter der Abteilung Sportmedizin am Freiburger Uniklinikum hatte daraufhin erklärt, er wolle der Arbeit der Kommission nicht im Weg stehen und seine Arbeit ohne Bezüge ruhen lassen, bis die Vorwürfe geklärt sind.

Die Universität geht dem Verdacht nach, dass eine Habilitationsarbeit und zwei Dissertationen auf identische Daten und Analysen zurückgreifen. Bei der Habilitationsschrift soll es sich nach Medienberichten um die Arbeit von Dickhuth handeln.

Nach Angaben der Universität ist die zeitliche Abfolge bei der Entstehung der Arbeiten nicht klar. Deshalb stehe noch nicht fest, wer von wem abgeschrieben habe.

Die bereits lange zurückliegenden Fälle hatte die Kommission aufgedeckt, die zur Überprüfung der Freiburger Sportmedizin nach den Doping-Affären 2007 eingesetzt worden war.

Diese hatte Dickhuth auch aufgefordert, eine Liste aller Promotionsarbeiten zu erarbeiten, die zwischen 1970 und 2007 von einem Erstgutachter aus der Abteilung Sportmedizin bewertet wurden. Dabei waren offenbar Lücken bemerkt worden.

Lesen Sie dazu auch:
Doping - neuer Verdacht gegen Ex-Teamärzte

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Turbo für die richtige Blutfett-Mischung

Die kardiovaskulären Effekte einer mediterranen Ernährungsweise könnten (auch) über eine Modifikation des HDL-Cholesterins vermittelt werden. Zumindest deutet eine Analyse in diese Richtung. mehr »

Pillenrezept bleibt abrechenbar

Wiederholungsrezepte sind im EBM eher ein Minusgeschäft. Meist sind sie mit der Versichertenpauschale abgedeckt. Das gilt aber nicht bei der Rezeptierung von Kontrazeptiva. mehr »

Diese 14 neuen Zulassungen helfen Patienten

Die Zulassung neuer Orphan Drugs hat sich in den vergangenen Jahren auf hohem Niveau stabilisiert. Allein in den vergangenen beiden Jahren wurden jeweils 14 neue Arzneien zugelassen mehr »