Ärzte Zeitung, 22.11.2007

Das sagen Bürger über Ärzte: Sie haben einen ziemlich harten Job

Allensbach-Umfrage: Ärzte leiden unter Stress, Bürokratie und Kostendruck

BERLIN (HL). Vieles, was Ärzte bedrückt - Stress, Kampf mit der Bürokratie, Kostendruck - wird von der Bevölkerung ähnlich gesehen. Dass Ärzte bei ihrer Arbeit vornehmlich ans Geld denken, glaubt nur eine verschwindende Minderheit der Bürger.

Die meisten Bürger fühlen mit den Ärzten und ihren Problemen. Die Botschaften des Protests im vergangenen Jahr sind angekommen.

Das ist das Ergebnis einer Repräsentativumfrage unter 1879 Bürgern über 16 Jahre, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Finanzdienstleisters MLP gemacht hatte und die gestern in Berlin vorgestellt wurde.

Viele Probleme, auf die Ärzte bei ihren Protesten in den vergangenen zwei Jahren hingewiesen haben, sind bei den Menschen angekommen und werden geglaubt.

Beispiele: 77 Prozent der Bürger sagen, Ärzte hätten einen anstrengenden Beruf, 87 Prozent sagen dies über Klinikärzte. Der Zeitdruck, unter dem Ärzte stehen, wird auch öffentlich wahrgenommen: 74 der Bürger meinen, dass Ärzte sich für den einzelnen Patienten nur wenig Zeit nehmen können. Ebenfalls 74 Prozent sehen die bürokratische Belastung.

Als freundlich sieht jeder zweite die Ärzte. Bei 53 Prozent gelten die Mediziner als Vertrauen erweckend. Dass Ärzte bei ihrer Arbeit vor allem ans Geld denken, sagen 18 Prozent, nur neun Prozent glauben dies von Klinikärzten.

Den eigenen Gesundheitszustand bewerten 66 Prozent als gut, die Gesundheitsversorgung in Deutschland sehen 64 Prozent als gut - mit sinkender Tendenz. 80 Prozent erwarten höhere Zuzahlungen, einen Trend zu Zweiklassenmedizin und Leistungseinschränkungen.

Lesen Sie dazu auch:
Desorientiert, skeptisch, pessimistisch

Topics
Schlagworte
Politik & Gesellschaft (73903)
Organisationen
MLP (217)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »