Ärzte Zeitung, 28.04.2008

Kliniken im Norden fordern konzertierte Hilfsaktion

Geschäftsführer des Klinikums Nordfriesland: Krankenhäuser müssen gemeinsam auf existenzielle Gefährdung hinweisen

HUSUM (di). Die Kritik an der Gesundheitspolitik aus den Kliniken im Norden reißt nicht ab. Das Klinikum Nordfriesland fordert nun eine konzertierte Aktion, um die Probleme deutlich zu machen.

"Außer einzelnen Presseberichten und Einzelaktionen gelingt es der Krankenhausszene offensichtlich nicht, auf ihre existenzielle Gefährdung hinzuweisen", sagte Klinikgeschäftsführer Frank Pietrowski. Nach seiner Beobachtung zeigen die Reaktionen der Politiker auf die bisherigen Hinweise der Krankenhäuser, dass deren Probleme nicht ernst genommen werden.

Obwohl aus seiner Sicht "ein ganzer Versorgungszweig ums Überleben kämpft", vermisst er konkrete Lösungsansätze der Politiker: "Taschenspielertricks mit Zahlen und die Diskussion von Teilproblemen wie zum Beispiel der Investitionsmittelfinanzierung gehen am Kernproblem vorbei", kritisierte der Klinikmanager aus dem Norden.

Er führt dies auch auf eine nach seiner Ansicht falsche Einschätzung der Politiker zurück, in den Kliniken seien noch Wirtschaftlichkeitspotenziale vorhanden. Um mit solchen Missverständnissen aufzuräumen, fordert er ein gemeinsames Vorgehen der Kliniken.

Das Klinikum Nordfriesland betreibt an der Westküste vier kleine Häuser, eines davon auf der Insel Föhr. Zusammen versorgen sie jährlich etwa 20 000 Patienten stationär in einem großen Einzugsgebiet. Ein wirtschaftlicher Betrieb dieser Einrichtungen wird laut Pietrowski zunehmend erschwert.

Allein die Tarifsteigerungen werden seine Häuser im kommenden Jahr mit drei Millionen Euro zusätzlich belasten, ohne dass das Klinikum wegen der gedeckelten Budgets nennenswerte Zusatzerlöse erzielen kann.

Pietrowski erwartet, dass vor allem kleine Häuser diese Auswirkungen nicht überstehen können: "Vielleicht müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass auf diese Weise der Klinikmarkt ausgedünnt werden soll."

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