Ärzte Zeitung, 05.05.2008

Mehr Beratung bei Pränataldiagnostik angestrebt

Gesundheitsminister der Länder wollen ärztliche und psychosoziale Beratung besser aufeinander abstimmen

ULM (sto). In der Pränataldiagnostik sollen künftig ärztliche und psychosoziale Beratung besser miteinander verzahnt werden. Das hat die 80. Gesundheitsministerkonferenz der Länder in Ulm beschlossen.

"Schon vor der Inanspruchnahme pränataler Diagnostik sollen die Betroffenen mit einer frühzeitigen Information in die Lage versetzt werden, sich mit möglichen Konsequenzen der Pränataldiagnostik auseinander zu setzen", erklärte die baden-württembergische Sozialministerin Monika Stolz.

In einer Entschließung forderte die Gesundheitsministerkonferenz die ärztliche Selbstverwaltung auf, die einschlägigen berufsrechtlichen Regelungen zu ändern. Der Arzt müsse künftig eine Schwangere im Konfliktfall auch auf die Möglichkeit der psychosozialen Beratung hinweisen. Hintergrund ist eine steigende Zahl an Spätabtreibungen. Eine Änderung gesetzlicher Bestimmungen, vor allem des Paragraf 218, sei nicht geplant, hieß es.

Bei ihren zweitägigen Beratungen haben die Landesgesundheitsminister insgesamt 25 Tagesordnungspunkte beraten, darunter auch Fragen der Krankenhausfinanzierung, der Arzneimittelversorgung und der hausärztlichen Versorgung. Bei der Krankenhausfinanzierung wurden keine Beschlüsse gefasst. Im September soll es dazu ein Expertenhearing geben, das dann Basis für weitere endgültige Entscheidungen sein soll.

Keine Mehrheit gab es für einen Antrag aus Bayern, wonach die Hausärzte künftig alleiniger Vertragspartner der Krankenkassen bei Hausarztverträgen sein sollen, berichtete Bayerns Sozialministerin Christa Stewens. Ein entsprechender Antrag zur Änderung des Paragrafen 73b SGB V sei von der Mehrheit ihrer Kollegen abgelehnt worden.

Allerdings werde sich eine Arbeitsgruppe der Gesundheitsministerkonferenz mit der Zukunft der hausärztlichen Versorgung insbesondere in den Flächenstaaten auseinandersetzen. Hintergrund sei das hohe Durchschnittsalter der Hausärzte und die dadurch drohende Beeinträchtigung der hausärztlichen Versorgung, erklärte Stewens. Um die Impfbereitschaft zu fördern, soll künftig alle zwei Jahre eine Nationale Impfkonferenz stattfinden.

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