Ärzte Zeitung, 16.07.2008

Union weiter gegen flächendeckende Heroinvergabe

BERLIN (eb). Die Bundestagsfraktion der Union hat sich erneut gegen die Zulassung von Heroin als Medikament und eine flächendeckende Heroinvergabe in die medizinische Regelversorgung ausgesprochen.

Die Drogenbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Maria Eichhorn wies entsprechende Forderungen des Bundesverbandes der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit zurück.

Die Ergebnisse des Modellprojektes zur heroingestützten Behandlung Opiatabhängiger seien nicht überzeugend. Sie ließen keinen Schluss auf eine Überlegenheit der Heroinbehandlung gegenüber der Methadonbehandlung zu, so Eichhorn in einer Mitteilung.

Viele medizinische, sozialpolitische und sicherheitspolitische Aspekte seien noch ungeklärt. Diese sollten in einem neuen Modellvorhaben geklärt werden. Experten hätten dargelegt, dass bis zu 80 000 Abhängige Anspruch auf eine Diamorphinbehandlung hätten, wenn die Kriterien des Modellversuchs zugrunde gelegt würden.

Eichorn: "In Zeiten knapper Kassen können wir unseren Mitbürgern nicht zumuten, die Kosten für ein Behandlungssystem aufzubringen, dessen Nutzen nicht erwiesen und dessen Behandlungsdauer völlig offen ist."

Die Heroinbehandlung sei nicht ohne Alternative. Mit Blick auf Kosten und Nutzen sollten alle Möglichkeiten einer verbesserten Methadonbehandlung ausgeschöpft werden, so die Abgeordnete.

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