Ärzte Zeitung online, 19.08.2008

Versicherte wissen nur wenig über die Kosten für Zahnersatz

Repräsentative Umfrage / Jeder dritte Befragte kennt Höhe des Eigenanteils nicht

KÖLN (iss). Gesetzlich Versicherte haben große Informationslücken beim Thema Zahnersatz. Jeder Dritte kann nach einer aktuellen Umfrage nicht einschätzen, wie hoch der Eigenanteil beim Zahnersatz ist.

Foto: Klaro

Zwar sind viele Versicherte bereit, für die private Vorsorge Geld auszugeben - dennoch hat bislang nur eine Minderheit eine private Zusatzpolice abgeschlossen. "Sowohl über die Leistungen als auch über die Kosten gibt es beim Zahnersatz eine große Unkenntnis", sagt Dr. Josef Beutelmann, Vorstandsvorsitzender der Barmenia Krankenversicherung.

Die Barmenia hat in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut den "Kundenkompass Zahngesundheit" erstellt. Dafür hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Frühjahr dieses Jahres 1000 gesetzlich Versicherte im Alter zwischen 25 und 70 Jahren telefonisch befragt. Die Ergebnisse der Umfrage sind nach Angaben von Studienleiter Dag-Uwe Holz vom F.A.Z.-Institut repräsentativ.

"Bei vielen gibt es keine vernünftige Einschätzung über die Kosten beim Zahnersatz", berichtet Holz. In der Umfrage hatten 31 Prozent angegeben, dass sie nicht wissen, wie hoch in der Regelversorgung der Eigenanteil bei Zahnkronen ist. Bei Brücken wissen 36 Prozent nicht über die finanzielle Belastung Bescheid, bei Implantaten 40 Prozent, bei Prothesen 42 Prozent und bei Inlays 56 Prozent. Vielen sei das System der befundbezogenen Festzuschüsse nach wie vor nicht bekannt, sagt Beutelmann.

Um die Kosten beim Zahnersatz im Griff zu behalten, sehen 69 Prozent der Versicherten das GKV-Bonusheft als ein wichtiges Mittel - wer damit den regelmäßigen Zahnarztbesuch nachweisen kann, erhält einen größeren Anteil der Kosten erstattet. 44 Prozent wollen bei Bedarf auf private Ersparnisse zurückgreifen. 31 Prozent der Befragten hatten eine private Zusatzpolice abgeschlossen.

Von denen, die keine Zusatzversicherung haben, wollen 79 Prozent auch künftig darauf verzichten. Hauptgründe sind die befürchteten zu hohen Kosten der Deckung, die Intransparenz des GKV-Leistungsspektrums und die Unkenntnis darüber, was die privaten Versicherer überhaupt erstatten. 20 Prozent war unbekannt, dass Zahnersatz überhaupt separat zu versichern ist.

Die Privatversicherer müssten noch viel Aufklärungsarbeit leisten, betont Beutelmann. "Wir werden das Thema für die nächsten Jahre in den Fokus stellen", kündigt er für die Barmenia an. Gerade für die Kooperation zwischen gesetzlichen und privaten Krankenversicherern sei der Bereich Zahnersatz ein wichtiges Thema.

In der Umfrage hatten 77 Prozent angegeben, dass sie bereit wären, für eine Zahnzusatzversicherung zu zahlen. 29 Prozent wollen monatlich fünf bis zehn Euro ausgeben, 33 Prozent zehn bis 20 Euro. "Die Mehrheit würde auf dem Versicherungsmarkt fündig werden", sagt Beutelmann.

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