Ärzte Zeitung, 02.09.2008

Kommentar

Süchtige Ärzte brauchen Hilfe

Von Sabine Schiner

Hinter jedem Arzt, der süchtig ist, ob nach Alkohol oder nach aufputschenden Medikamenten, steht ein trauriges Einzelschicksal. Sucht ist meist verbunden mit Krankheit, Rückzug, Problemen mit der Familie. Sie beeinträchtigt Ärzte zudem bei ihrer Arbeit - der Versorgung ihrer Patienten. Und spätestens dann ist die Sucht nicht mehr nur ein individuelles Problem.

Das war wohl der Grund, warum die Zulassungsverordnung für Ärzte bei diesem Thema hart durchgreift und Ärzten, die süchtig sind oder süchtig waren, die Zulassung verweigert. Mittlerweile ist jedoch der Wissensstand ein anderer. Es gibt Therapien, die auf Ärzte abgestimmt sind und deren Ziel es ist, die Betroffenen wieder für den Beruf fit zu machen.

Der Vorschlag der Ärztetags-Delegierten, den Paragrafen 21 zu überarbeiten, geht also in die richtige Richtung. Doch damit ist es nicht getan. Die Ärztekammern sollten ihre eigenen Hilfsangebote prüfen und sich die Hamburger Kammer zum Vorbild nehmen. Sie hat mit ihrem Interventionsprogramm die Latte ziemlich hoch gehängt. Dahinter steckt eine ganz einfache Formel: Je besser die Angebote, desto besser sind die Aussichten auf Heilung - und umso schneller kann sich der Arzt wieder um seine Patienten kümmern.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Hilfe statt Berufsverbot - auch für süchtige Niedergelassene

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