Ärzte Zeitung online, 09.09.2008

Verbraucherschutzamt: Weiterhin Lebensmittel unzulässig bestrahlt

BERLIN (dpa). Trotz eng gesetzter Grenzen für die Bestrahlung von Lebensmitteln gelangen weiterhin unzulässige Produkte in den Handel, darunter auch Vitamin- und Brausetabletten. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) beanstandete im Jahr 2007 rund zwei Prozent von 3744 genommenen Proben.

Etwa die Hälfte der bemängelten Proben sei "unzulässig bestrahlt" worden - darunter vor allem Nahrungs-Ergänzungsmittel wie Vitamin- und Brausetabletten, aber auch frisches Obst, getrocknete Steinpilze aus Serbien, tiefgefrorene Süßwasserschnecken aus Vietnam sowie chinesisches Kaninchenfleisch, wie die Behörde am Dienstag mitteilte.

0,5 Prozent der Proben seien nicht ordentlich gekennzeichnet

0,5 Prozent der Proben sei nicht ordentlich gekennzeichnet worden, berichtete das Verbraucherschutzamt. Schließlich konnte bei den restlichen 0,5 Prozent "nicht abschließend geklärt werden, ob die Bestrahlung zulässig war". Hier handelte es sich vor allem um Instantnudelsuppen, Ergänzungsmittel und Tee.

Die für die Überwachung zuständigen Länder seien gehalten, die beanstandete Ware vom Markt zu nehmen, sagte ein Sprecher des Amtes. Informationen über den entsprechenden Umfang lägen aber nicht vor.

Die Bestrahlung von Lebensmitteln dient der erhöhten Haltbarkeit

Die radioaktive Bestrahlung von Lebensmitteln in etlichen Ländern mit Gammastrahlen oder Röntgenstrahlen dient der erhöhten Haltbarkeit oder der Abtötung gesundheitsschädlicher Mikroorganismen in Nahrungsmitteln. Obwohl die Lebensmittel durch die Bestrahlung selbst nicht radioaktiv werden, dürfen in Deutschland nur getrocknete aromatische Kräuter und Gewürze bestrahlt verkauft werden. Ansonst sind derzeit nur tiefgefroren bestrahlte Froschschenkel, die in anderen EU-Staaten rechtmäßig im Verkehr sind, für den Import zugelassen.

In Deutschland wurden im Jahr 2007 rund 330 Tonnen Lebensmittel bestrahlt

In Deutschland selbst wurden im Jahr 2007 rund 330 Tonnen Lebensmittel bestrahlt. Davon waren 110 Tonnen für den Verzehr in Deutschland und anderen EU-Staaten zugelassen. Belgien, Frankreich, Italien, die Niederlande und Großbritannien haben anders als Deutschland die Strahlenbehandlung auch für weitere Lebensmittel zugelassen. Sie dürfen nur dann auf den deutschen Markt, wenn dies von der BVL durch eine Allgemeinverfügung genehmigt wurde. Die wurde bisher nur für die tiefgefrorenen Froschschenkel erteilt.

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