Ärzte Zeitung, 01.10.2008

Kommentar

Ärzte wissen, was Ärzte brauchen

Von Christiane Badenberg

Initiativen gegen den Ärztemangel sind zurzeit gefragt. Am besten ist es, wenn sie aus der Ärzteschaft kommen, denn Niedergelassene und Kliniker wissen genau, was Medizinstudenten nach der Ausbildung davon abhält, im Krankenhaus oder der Arztpraxis zu arbeiten.

Viele junge Ärzte ärgern sich zum Beispiel über die unkoordinierte Weiterbildungszeit. Immer wieder neue Kliniken und Praxen zu finden, in denen die Weiterbildung absolviert werden kann, das ist zeitaufwendig, anstrengend und macht das Arbeits- und Privatleben nur schwer planbar.

Deshalb könnte die Initiative der rheinland-pfälzischen Ärztekammer, der DRK-Krankenhaus-GmbH und der Kreisärzteschaft Altenkirchen durchaus Vorbildcharakter haben. Sie bieten Nachwuchsärzten, die bereit sind im Westerwald zu arbeiten, eine planbare Zukunft über fünf Jahre an.

Die Weiterbildungsstellen im Krankenhaus und in den Praxen vor Ort stehen dabei von Beginn der Tätigkeit an fest, die Ärzte können sich auf ihre Arbeit konzentrieren. Und wer gute Bedingungen vor Ort vorfindet, der ist vielleicht auch bereit, langfristig an einer Klinik zu bleiben oder sich in der Region niederzulassen.

Lesen Sie dazu auch:
Weiterbildung soll erleichtert werden

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »