Ärzte Zeitung online, 22.10.2008

Von der Leyen will 65 Millionen Euro für mehr Tagesmütter und -väter

BERLIN (dpa). Bund und Länder wollen nach Angaben von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit Millionenaufwand die Zahl der Tagesmütter und -väter massiv erhöhen. "Wir wollen, dass wir im Jahr 2013 ein Drittel der Betreuungsplätze für unter Dreijährige in der Tagespflege haben. Um das zu erreichen, muss die Zahl der Tagesväter und Tagesmütter in Deutschland bis dahin auf etwa 66 000 verdoppelt werden."

"Zusammen mit den Ländern werden wir 65 Millionen Euro investieren vor allem, um das Berufsbild attraktiver zu machen und Tagespflegeplätze besser zu vermitteln", sagte von der Leyen der "Neuen Presse" in Hannover (Mittwoch).

Bund und Länder arbeiten laut von der Leyen an bundesweit einheitlichen Standards für die Qualifizierung von Tagesmüttern und Erziehern. In der Tagespflege passiere bisher leider viel in der Schwarzarbeit. "Das muss ein Ende haben." Für Tagesmütter solle ein fundiertes Ausbildungsprogramm vereinbart werden. "Themen wie Sprachentwicklung, Sicherheit, medizinische Notfälle oder der regelmäßige Austausch mit den Eltern gehören dazu."

Von der Leyen sieht einen direkten Zusammenhang zwischen der Einführung des Elterngelds und dem Anstieg der Geburtenrate in Deutschland. "Eine Zunahme der Geburten sehen wir vor allem bei den 30- bis 40-jährigen Frauen. Das sind zumeist Frauen, die ohne Elterngeld womöglich gezögert hätten, ein erstes, zweites oder drittes Kind zu bekommen", sagte sie der "Passauer Neuen Presse" (Mittwoch). Der Anstieg der Geburten rate sei "ein Vertrauensvorschuss" in die Politik.

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