Ärzte Zeitung, 29.10.2008

Die Verbundversorgung Berlin-Brandenburg setzt auf Wachstum

DAK tritt Integrationsvertrag bei / 500 Niedergelassene, sechs Kliniken und drei OP-Zentren versorgen 8000 Patienten

BERLIN (af). Die Verbundversorgung Berlin-Brandenburg setzt auf Kontinuität. "Die Verträge zwischen Ärzten, Krankenhäusern, Operationszentren und Krankenkassen werden trotz des Auslaufens der Anschubfinanzierung nicht gelöst", kündigte Thomas Mohaupt von der BKK VBU an.

Stattdessen setzt der Verbund auf Wachstum. Im Boot ist seit Oktober zusätzlich zu rund 120 Betriebskrankenkassen auch die DAK. Ziel der Kassen ist es, Patienten aus der Regelversorgung in die Integrierte Versorgung des Verbundes umzusteuern. Im laufenden Jahr visiert der Verbund mehr als 8000 Patienten an, mit denen die Beteiligten einen Umsatz von rund acht Millionen Euro erwirtschaften.

Gleichzeitig treten die beteiligten Kassen auf die Kostenbremse, weil die Versorgungskette im Verbund auf die Vermeidung von stationären Aufenthalten setzt. Es sei gelungen, die Operation eines Hallux Valgus, die in der Regelversorgung 2390 Euro kostet, auf 950 Euro für die ambulante Operation in der Verbundpraxis zu drücken, sagte Thomas Mohaupt beim 5. Bundeskongress der Deutschen Gesellschaft für Integrierte Versorgung.

Die am Verbund beteiligten Ärzte verdienten deshalb nicht weniger. Sie bezögen feste Euro-Pauschalen für alle Leistungen, seien keinen Budgets unterworfen, unabhängig von der Kassenärztlichen Vereinigung und erhielten schnell Operationstermine für ihre Patienten, versicherte Mathias Mielke vom Sana MedizinZentrum Lichtenberg. Ein solcher Service spreche sich unter den Patienten herum. Die zeitnahen Termine und die extra Sprechstunden für die Patienten in den neuen Versorgungsformen würden zum positiven Wettbewerbsmerkmal.

Der Verbund mit seinen rund 500 Ärzten in und um Berlin, den sechs Krankenhäusern und drei Operationszentren bietet planbare operative Eingriffe mit Vor- und Nachbehandlung, die ambulante Hyposensibilisierung und Chemo-, Hormon- oder Immuntherapie nach einer gynäkologischen Operation an. In naher Zukunft sollen weitere Operationen angeboten werden.

Ende September gab es bundesweit 5895 IV-Projekte mit einem Volumen von 819 Millionen Euro.

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