Ärzte Zeitung, 06.11.2008

SZENARIO A

Primärversorgung in großen Zentren

Die medizinische Versorgung wird überwiegend durch so genannte Primärversorgungszentren gesteuert.

Sie sind die zentrale Anlaufstelle für Patienten, übernehmen die hausärztliche Versorgung und koordinieren die weitere Behandlung durch Fachärzte oder das Krankenhaus.

Sie besitzen die volle Budgetverantwortung für alle eingeschriebenen Patienten und erhalten damit sowohl einen Anreiz als auch die erforderlichen Spielräume, um Versorgung effizient zu gestalten. Die Entscheidung, ob, wann und wie der medizinisch-technische Fortschritt bei den Versicherten eingesetzt wird, liegt in den Händen der Leistungserbringer.

Das sagen Ärzte und andere Fachleute

Primäre Versorgungszentren übernehmen die Budgetverantwortung? Das sehen viele Ärzte äußerst kritisch. Sie haben Vorbehalte mit Blick auf Kapitalgesellschaften als mögliche Träger dieser PVZ. Ärzte befürchten eine Ökonomisierung medizinischer Entscheidungen, und eine "Konzernisierung" des Arztberufs. Sie hinterfragen grundsätzlich, ob sich Primärzentren im Zusammenhang mit einer flächendeckenden Sicherstellung überhaupt für Wettbewerbsstrukturen eignen.

Politisch halten viele Ärzte dieses Szenario für absolut wahrscheinlich. GKV-Vertreter bewerten die Leitidee des Szenarios grundsätzlich positiv. Eine Administration des Leistungsplans durch PVZ sei aber rechtlich nicht möglich und auch nicht erstrebenswert. Klinikträger bewerten das Konzept positiv und halten die Visionen für durchaus realistisch. PKV-Vertreter äußern Zweifel, ob diese Zentren eine bessere Versorgung möglich machen.

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