Ärzte Zeitung online, 04.11.2008

Conterganopfer: Hungerstreik geht nach Unterbrechung weiter

BERGISCH GLADBACH/AACHEN (dpa). Contergan-Opfer Stephan Nuding will seinen unterbrochenen Hungerstreik für deutlich höhere Entschädigungszahlungen wieder aufnehmen. Der Streik werde "in einer europäischen Hauptstadt" fortgesetzt. Den genauen Ort und Zeitpunkt wollte er nicht nennen.

Nuding, seine Mutter und ein weiteres Contergan-Opfer hatten ihren Streik in einem evangelischen Gemeindezentrum in Bergisch Gladbach nach knapp vier Wochen "unterbrochen", um Beratungen über einen Gesetzesentwurf für die Conterganstiftung abzuwarten. Die Vorlagen seien aber nach seinen Informationen nicht befriedigend, sagte Nuding der dpa am Montag in Aachen. Er verlangt die Erhöhung der Opferrenten von derzeit 1090 Euro auf maximal 3290 Euro und eine Einmalzahlung von einer Million Euro pro Opfer. Die Forderungen nach einer höheren Entschädigung begründete er unter anderem mit den Folgeschäden durch jahrelange Fehlhaltungen sowie mit drohender Altersarmut.

Der Bundestag hatte im Juli die monatlichen Renten für Conterganopfer verdoppelt (wir berichteten). Das Aachener Pharmaunternehmen Grünenthal will als früherer Contergan-Hersteller zusätzlich 50 Millionen Euro in die Conterganstiftung für behinderte Menschen einzahlen (wir berichteten). Dieses Geld und weitere 50 Millionen Euro aus der Stiftung soll den noch lebenden 2700 Conterganopfern zugute kommen.

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