Ärzte Zeitung online, 14.11.2008

Bundestag beschließt Elternzeit für Oma und Opa

BERLIN (dpa). Für die Betreuung der Enkelkinder kann Elternzeit künftig auch von Großeltern beantragt werden. Eine entsprechende Gesetzesänderung verabschiedete der Bundestag am Donnerstagabend mit den Stimmen der großen Koalition. Voraussetzung ist allerdings, dass ein Elternteil minderjährig ist oder als junger Volljähriger noch die Schule besucht oder eine Ausbildung macht.

Darüber hinaus werden die Gestaltungsmöglichkeiten für Familien mit einem oder zwei erwerbstätigen Elternteilen vereinheitlicht. Ferner kann die Elternzeit künftig einfacher abgeändert werden, etwa wenn sich die berufliche Situation innerhalb der Familie ändert. Bisher gab es solche Änderungen nur in besonderen Härtefällen wie schwerer Krankheit oder Tod.

Update 14. November 2008, 14:00 Uhr

Ein Elterngeld erhalten die Großeltern nicht. Dies bleibt den Eltern vorbehalten. Bei Minderjährigen dürfte das in der Regel das Mindestelterngeld von 300 Euro sein. Mit der Neuregelung soll vor allem bei sogenannten Teenager-Schwangerschaften geholfen werden. Der Kreis der möglichen Betroffenen ist überschaubar. 2006 bekamen 6163 Minderjährige ein Kind.

Der Bundestag beschloss ferner, dass die Bezugsdauer des Elterngeldes einmal ohne Begründung geändert werden kann. Bisher gab es solche Änderungen nur in besonderen Härtefällen wie schwerer Krankheit oder Tod. Das seit Anfang 2007 bestehende Elterngeld ist eine Lohnersatzleistung in den ersten 14 Monaten nach der Geburt eines Kindes. Die vom Bundestag jetzt beschlossenen Änderungen sollen am 1. Januar 2009 in Kraft treten.

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