Ärzte Zeitung online, 02.12.2008

CDU spricht sich für bessere Beratung bei Spätabtreibungen aus

STUTTGART (dpa). Der CDU-Bundesparteitag hat sich für eine bessere Beratung bei Spätabtreibungen ausgesprochen. Werdende Eltern sollten frühzeitig besser aufgeklärt und betreut werden, heißt es in einem Antrag, der am Dienstag in Stuttgart von der Mehrheit der rund 1000 Delegierten beschlossen wurde. "Der Umstand einer Behinderung des Kindes allein ist kein ausreichender Grund für einen Schwangerschaftsabbruch."

Zwischen der Feststellung eines medizinischen Grundes für einen Schwangerschaftsabbruch und dem Eingriff soll es eine Bedenkzeit von drei Tagen geben, wenn das Leben der Mutter nicht akut bedroht ist.

"Wir wollen Frauen und vor allem Familien einen Anspruch auf Beratung und Betreuung geben", sagte Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU). Junge Familien müssten sich ein paar Tage beraten. Er kritisierte, dass die SPD mehrheitlich gesetzliche Fristen ablehne.

Voraussetzung für eine Spätabtreibung ist, dass eine Gefahr für den körperlichen und seelischen Zustand der Mutter besteht. In der Praxis geht es meist um Fälle, in denen eine schwere Behinderung des Kindes droht. Im Bundestag hatte sich eine fraktionsübergreifende Initiative für eine intensivere Beratung bei Spätabtreibungen gebildet. Die CDU forderte die Unions-Bundestagsfraktion in einem weiteren Antrag auf, sich für ein Verbot genetischer Untersuchungen vor der Geburt einzusetzen, mit denen gezielt nach Krankheitsrisiken wie Brustkrebs, Darmkrebs oder Alzheimer gesucht wird.

Die Delegierten stimmten dagegen, dass die Unterstützung eines Selbstmordes durch nahe Verwandte, Ärzte oder Pflegepersonal weiter straffrei bleiben soll. Maßnahmen im Sinne der Sterbebegleitung oder der passiven Sterbehilfe sollen weiter straffrei bleiben. Die CDU wendet sich auch gegen Angebote von Personen und Organisationen zur Beihilfe zur Selbsttötung.

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