Ärzte Zeitung online, 17.12.2008

Strategien gegen Klimawandel: Regierung in Sorge um Gesundheit der Bevölkerung

BERLIN (dpa/eb). Das Bundeskabinett hat am Mittwoch ein Aktionspaket beschlossen, um die Folgen des langfristigen Klimawandels in Deutschland abzumildern.

Eines der Kernziele der Regierung ist es dabei, negative Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung zu verringern.

Die Erderwärmung begünstigt nach Einschätzung der Bundesregierung den Ausbruch von Krankheiten wie Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis, die durch Zeckenstiche ausgelöst werden. Magen-Darm-Krankheiten können durch leichter verderbende Nahrung zunehmen. Mehr Allergien sind möglich. Das Hautkrebsrisiko kann steigen. Die Empfehlung der Politiker: mehr Aufklärung, mehr Forschung.

Wird nicht rechtzeitig gehandelt, befürchtet die Bundesregierung nicht nur mit Blick auf Gesundheit, sondern auch für andere Bereichen negative Folgen. Im Papier genannt werden

- das Hochwasserrisiko, das an Küsten und in Flussgebieten durch mehr Niederschläge im Winter und im Frühjahr steigt.

- der Bedarf an Kühlenergie, der steigen werde. Bei Stürmen, Dürren und Hochwasser könne die Versorgung gestört sein, höhere Energiepreise seien möglich.

- die Wirtschaft, für die es nach Ansicht der Regierung Chancen (etwa in der Umwelttechnik) und Risiken (etwa in Anlagen mit Gefahrgütern bei Wetterextremen) gibt. Der Tourismus könne trotz möglicher Einbußen beim Wintersport insgesamt profitieren.

- Banken und Versicherungen. Wegen drohender hoher Schäden sieht die Regierung hier mögliche neue Risiken.

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