Ärzte Zeitung, 08.01.2009

Parteien in Hessen setzen auf Gesundheit

SPD will mit einem "Masterplan" die Gesundheitswirtschaft im Land stärken / Neuwahlen am 18. Januar

WIESBADEN (ine). Nachdem sich die Parteien im hessischen Landtag in Wiesbaden nicht auf eine regierungsfähige Mehrheit verständigen konnten, sind für den 18. Januar Neuwahlen angesetzt. Fast alle Parteien wollen neue Jobs schaffen, die Bildung verbessern und die Gesundheit zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor im Land machen.

Neujahrsbotschaften für´s Wahlvolk: Herausforderer (li.) und Amtsinhaber werben Seit‘ an Seit‘.

Foto: imago

Alles, was mit dem Thema Wirtschaft zu tun hat, gehöre "ganz nach vorne", sagt Hessens geschäftsführender Ministerpräsident, CDU-Spitzenkandidat Roland Koch. Deshalb will er unter anderem die Pharmaindustrie und die Gesundheitswirtschaft im Land weiter nach vorne bringen.

Das Regierungsprogramm der CDU verspricht zudem eine qualitative und hochwertige Gesundheitsversorgung in der Fläche sowie Investitionen in die Pflegeausbildung. Bei den Investitionen im Krankenhausbereich soll es in der nächsten Legislaturperiode keine Abstriche geben, verspricht Sozialministerin Silke Lautenschläger (CDU).

Medizinische Versorgung in der Fläche sicherstellen

Für den SPD-Spitzenkandidaten und Koch-Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel ist Gesundheit - außer der Bildung - ein wichtiges landespolitisches Thema. Im Gesundheitswesen soll nach dem Willen der SPD die Prävention weiter ausgebaut, die medizinische Versorgung auf dem Land sichergestellt und der öffentliche Gesundheitsdienst gestärkt werden. Vor allem Kindern aus sozial schwachen Familien soll künftig besser geholfen werden. Die SPD plant zudem einen "Masterplan Gesundheit" für Hessen, mit dessen Hilfe die Gesundheit zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor ausgebaut werden soll.

Einen solchen Masterplan wollen auch die Grünen und ihr Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir. Auf diese Weise sollen regionale Stärken - etwa in Nordhessen, wo der Gesundheitstourismus schon jetzt eine beachtliche wirtschaftliche Rolle spielt - gesichert werden. Die Grünen setzen sich zudem für den Erhalt öffentlicher und freigemeinnütziger Kliniken ein. Außerdem wollen sie ein Heimkonzept vorlegen, das alternative Pflegekonzepte und die psychosoziale Betreuung stärkt. Laut Regierungsprogramm sollen auch die palliativmedizinische Versorgung und die Prävention weiter ausgebaut werden.

FDP will Altersversorgung für Ärzte reformieren

Das Wahlprogramm der Liberalen sieht unter anderem vor, dass der Wettbewerb unter den Leistungsanbietern weiter gefördert wird, indem etwa die Eigenverantwortung gestärkt wird. Nach dem Willen der FDP soll die Erweiterte Honorarverteilung (EHV) - die Altersversorgung für Ärzte in Hessen - reformiert werden. Einzelvertragliche Regeln zwischen Ärzten und Kassen hätten die Bemessungsgrundlage der EHV - der das Gesamthonorar der ambulanten Vergütung zugrunde liegt - zuletzt erheblich geschmälert, heißt es im Programm der FDP. Die Liberalen schlagen vor, dass Kassen und Ärzte künftig direkt über die Höhe der Umlage verhandeln.

Mehr zu den Wahlprogrammen der hessischen Parteien im Internet:

www.cduhessen.de
www.spd-hessen.de
www.gruene-hessen.de
www.fdphessen.de

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