Ärzte Zeitung, 12.01.2009

Schmidt will freie Kassenwahl für jeden

BERLIN (hom). Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) will, dass jeder Krankenversicherte in Deutschland seine Krankenkasse frei wählen kann. Erst dann gehe es "richtig und fair" im Gesundheitswesen zu, sagte Schmidt im Interview mit der "Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen".

Private und gesetzliche Krankenversicherer sollten weiterhin in Konkurrenz zueinanderstehen. "Aber es sollte so sein, dass jede Krankenkasse jeden aufnehmen muss, ohne Ansehen des Risikos und unabhängig vom persönlichen oder beruflichen Status", sagte Schmidt.

[13.01.2009, 08:03:13]
Helmut Karsch 
Contradictio in adjecto
Wettbewerb ist eine Begrifflichkeit aus dem Sport oder der Wirtschaft. Wie kann es einen Wettbewerb um Kranke geben (Morbi-RSA)? Was ist mit der Beitragsbemessungsgrenze? Was nutzt mir der Kassenwechsel, wenn die Leistungen identisch sind. Was ist mit der Risikoselektion der Kassen die defacto heute schon besteht(verdeckt). Das ständige Gerede über Ansprüche die ein Versicherungsnehmer haben sollte ist doch ein Mummenschanz.Es gibt weltweit genung Systeme die Wettbewerb schon abbilden. Die Folgen sind mitunter fatal oder gewollt.Alles das, was der Fond abbildet, hat mit Wettbewerb nichts zu tun. Der Spitzenverband Bund der Kassen ist nichts anders als ein Kartell. Den Hausarztverband zum alleinigen Sachwalter der Hausärzte zu machen ist die Schaffung eines Monopols. Die Verdrängung der Fachärzte an die Krankenhäuser oder in den Konkurs schafft über die Rhönkliniken und andere private Krankenhausbetreiber ein weiteres Anbieterkartell. Und abschließend sind die an den Fond, den der Staat ja betreibt, abgeführten Beiträge nichts anderes als eine Gesundheitssteuer.
Viel Vergnügen liebe Patienten.
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