Ärzte Zeitung, 21.01.2009

Kommentar

Demenz enttabuisieren!

Von Thomas Hommel

Über das Krankheitsbild Demenz wird noch immer wenig gesprochen in Deutschland. Angst und Unsicherheit bestimmen deshalb das öffentliche Bild von dieser Erkrankung. Wie sonst erklären sich diffuse Umschreibungen wie "lebendiges Begräbnis" oder "Krankheit des Vergessens". Viele Fragen werden so von vornherein ausgeklammert: Empfinden Demenzkranke noch Lust? Wie artikulieren sie Schmerz? Wann beginnt eine Demenz und wie lässt sich der schleichende Krankheitsverlauf hinauszögern?

Das "Leuchtturmprojekt Demenz" kommt daher zum richtigen Zeitpunkt. Es fördert Projekte, die einen wesentlichen Beitrag zur besseren Versorgung dementiell Erkrankter leisten und so zu einer überfälligen Enttabuisierung der Krankheit beitragen.

Freilich: 13 Millionen Euro sind gemessen an den direkten und indirekten Folgekosten der Demenzkrankheit - Experten sprechen von rund 15 Milliarden Euro jährlich - eine bescheidende Summe. Hier sollte den Ärzten, Pflegekräften und Forschern, die an neuen Therapien und Pflegekonzepten arbeiten, stärker unter die Arme gegriffen werden. Andernfalls verbleibt das Thema da, wo es heute steht: am Rande der Gesellschaft und am Rande des medizinischen Geschehens.

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Schmidt fordert bessere Versorgung von Demenzkranken

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