Ärzte Zeitung, 30.01.2009

Asthma-Leitlinie setzt auch auf Kompetenz des Apothekers

Inhalationstechnik kann von Arzt oder Apotheker überprüft werden / Symposium der Bundesapothekerkammer zur Versorgungsforschung

BERLIN (run). Ein wichtiger Aspekt in der Versorgungsforschung ist die erfolgreiche Implementierung und Anwendung von Leitlinien. Nationale Versorgungsleitlinien sollen dabei die Umsetzung in die Praxis erleichtern. Seit Kurzem sind hier Apotheker aktiv mit im Boot.

"Leitlinien werden in Zukunft eine noch größere Rolle spielen", ist sich Professor Günter Ollenschläger, Leiter des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin, sicher. Denn sie haben direkten Einfluss auf Qualitätsmanagement-Programme und IV-Verträge, in denen sich eine evidenzbasierte Medizin in der ärztlichen Praxis widerspiegeln soll, betonte er auf einer Veranstaltung der Bundesapothekerkammer (BAK) in Berlin zum Thema Versorgungsforschung.

Bereits 2002 startete ein Programm zur Erstellung Nationaler Versorgungsleitlinien (NVL) mit dem Ziel, systematisch entwickelte Entscheidungshilfen für die tägliche Praxis zu erstellen. Dabei sollten alle an der Versorgung beteiligten Disziplinen und Organisationen einbezogen werden - außer medizinischen Fachgesellschaften und KVen auch Patienten-Verbände und Vertreter anderer Heilberufe. Entstanden sind bislang vier Versorgungsleitlinien, vier weitere sind in Arbeit.

In der Ende 2008 abgeschlossenen NVL Asthma wurde nun erstmals auch die Kompetenz der Apothekerschaft bei der Sicherstellung der korrekten Inhalationstechnik festgeschrieben, wie Ollenschläger berichtete. Danach soll die korrekte Arzneimittelanwendung und Inhalationstechnik des Patienten regelmäßig durch den Arzt und gegebenenfalls zusätzlich durch einen Apotheker überprüft werden.

Hintergrund der aktuellen Empfehlung sei eine in Schottland publizierte Studie zum Nutzen einer Kontrolle der Inhalationstechnik durch Apotheker gewesen. "Das ist zwar nur ein kleiner, aber bedeutsamer Schritt im Hinblick auf die Einbindung von Apothekern in Versorgungsstrukturen und Leitlinien", so Ollenschläger. Seiner Ansicht nach bieten sich noch weitere Möglichkeiten, etwa beim Wissenstransfer der Leitlinieninhalte zum Patienten.

Für Lutz Engelen, Vizepräsident der BAK, kommen die Forschungsbeiträge von Apothekern in der Versorgungsforschung noch zu kurz. Gerade bei Fragen zur Über-, Unter- und Fehlversorgung sowie zur Compliance könnten Apotheker innovative Versorgungskonzepte entwickeln, sagte er in Berlin.

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