Ärzte Zeitung online, 03.02.2009

Lebensmittelkennzeichnung: "Deutschland soll nicht auf die EU warten"

BERLIN (dpa). Bei der Lebensmittelkennzeichnung sollte Deutschland nach Ansicht der Verbraucherorganisation Foodwatch nicht auf die EU warten und notfalls einen Alleingang unternehmen. Erstmal solle die Bundesregierung in Europa Druck machen, sagte Foodwatch- Geschäftsführer Thilo Bode am Dienstag im "Morgenmagazin" der ARD.

"Da fehlt es wirklich." Deutschland könne eine Ampelkennzeichnung für den Gehalt an Salz, Zucker oder Fett aber auch allein verpflichtend einführen. Dies hätte überhaupt keine Handelsdiskriminierung zur Folge.

"Wir können da vorangehen und ein gutes Beispiel geben. Und das erwarte ich auch von Frau Aigner", sagte Bode. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) berät am heutigen Dienstag mit der Ernährungsindustrie und dem Handel über die Kennzeichnung. Sie hat sich bislang nicht festgelegt. Bode kritisierte sie und ihren Vorgänger Horst Seehofer dafür scharf: "Frau Aigner macht wie Herr Seehofer auch die Politik der Industrie", sagte er in der ARD.

Auch die SPD-Bundestagsfraktion kritisierte Aigner. Der Fraktionsvize Ulrich Kelber forderte ein Bekenntnis zur Lebensmittelkennzeichnung in Ampelfarben. "Es gibt eine klare Mehrheit in der Bevölkerung für eine "Ampel"-Kennzeichnung, und die Bundesländer fordern eine "Ampel"-Kennzeichnung", sagte Kelber. Aigner bleibe auf einer "verbraucherfeindlichen Position", wenn sie dieser Kennzeichnung nicht zustimme.

Bei dem "Ampel"-Modell stehen Rot, Gelb und Grün für einen hohen, mittleren oder niedrigen Anteil an Zucker, Salz oder Fett.

[01.03.2009, 13:54:49]
Prof. Dr. Dieter Klaus 
"Weniger Salz für alle"
Vor einem Jahr (siehe Beitrag in der Dtsch Med Wochenschr 2008;133: 1317-1319) haben wir zur Gründung einer Task Force "Weniger Salz für alle" aufgerufen, die eine schrittweise Reduktion des Kochsalzgehaltes in allen bearbeiteten Lebensmitteln um 50% innerhalb mehrer Jahre zum Ziel hat, um, wie eine Reihe repräsentativer Studien zeigen, das Risiko für Herz-Krislauf-Krankheiten erheblich zu senken. Zur Information der Bevölkerung gehört dazu als eine der ersten Maßnahmen die Kennzeichung der Lebensmittel mit Ampelfarben, die sich in Großbritannien bewährt hat. Deutschland hinkt auf diesem Gebiet den skandinavischen Ländern, Großbritannien und den USA erheblich nach.Prof.Dr.med.D.Klaus, ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Hochdruckliga, Quellenweg 7, 44267 Dortmund, Tel: 02304/83347 zum Beitrag »

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